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Die Episode mit den Schuhen

Als die lohnende Pause in Brampton beendet und der frisch geduschte Randonneur alles wieder gerichtet hatte, musste er nur noch seine Schuhe anziehen und konnte weiterfahren.

 

Theoretisch.

 

Da wo er die Schuhe abgestellt hatte, brav im Gang zur Kantine, zehn Meter von der Kreuzung entfernt, standen viel Paare, aber seine nicht.

In den übrigen Gängen standen noch viel, viel mehr Schuhe. Viele Marken, alle Farben und Formen.

Da! Im Hauptgang ein Paar schwarze von Specialized, mit drei Klettverschlüssen, so wie seine. Aaber: keine SQLab Innensohlen und nur Größe 46, nicht 48.

Also sucht er noch einmal alles ab, die Specialized hatte er dabei bestimmt drei Male in der Hand.

 

Nichts! Nichts! Nichts!

Er wendet sich an eine Helferin, die dort Dienst tut. Sie versteht ihn nicht, kann kaum Englisch, er zu wenig Französisch. Aber sie bringt ihn zu Heather, die diese wichtige Kontrolle -nach Yad Moss, vor den schottischen Bergen und – nicht zu vergessen- auch vor Yad Moss- leitet. Also alles noch einmal mit mehreren Helfern abgesucht. Nichts!

 

Jemand muss irrtümlich die Schuhe des Randonneurs mit den großen Füßen genommen haben. Mutmaßlich jemand mit nur gering überdurchschnittlich großen Füßen, dem eigentlich die stehen gelassenen 46er viel besser passen, als die Schuhe des Randonneurs, dieser Glücksfall im Leben eines Mannes auf großem Fuße, der sich in den letzten 40 Jahren seines Lebens angewöhnt hat, alle Schuhe zu kaufen, wenn sie ihm passen und nur halbwegs gefallen.

Heather nötigt ihn, die 46er anzuprobieren. Er fühlt sich wie im Märchen von Aschenputtel- so wird das nichts.

Heather fragt im Team, herum, welche Schuhgrößen die Jungs haben und ob man nicht noch wen mit großen Füßen kennt?! Und richtig, der junge Schwede, Helfer mit Engelsgesicht und langen blonden Locken hat ausgelatschte Mountainbikeschuhe in 13. Sie passen dem Randonneur.

 

Sie passen aber seinem Velomobil nicht. Diese breiten Latschen schleifen außen an der Karosserie, besonders links. Die Cleats verstellen- Fehlanzeige! Abgeschliffen und nur noch halb so dick, wie sie einmal waren. Immerhin halten sie in den Pedalen!

 

Der Besitzer ist bereit, seine Schuhe verstümmeln zu lassen. Das alte Schweizermesser im Gepäck des Randonneurs ist zu stumpf, der Mechanic treibt ein Teppichmesser auf, damit geht es- Der Randonneur schnitzt einige Millimeter der weichen Sohle im Vorfußbereich außen ab. Jetzt passen die Schuhe dem Randonneur und seinem Milan!

Heather will die Kollegen in der Kontrolle in Moffat informieren, damit sie nach schwarzen Specialized Schuhen Ausschau halten.

 

Um 22:34 Uhr, nur 1 ½ Stunden nachdem er aufbrechen wollte, sitzt der Randonneur in seinem Sturmvogel und fährt in die finstere Nacht hinaus, auf der Standardstrecke über die derzeit verkehrsarmen Hauptstraßen nach Moffat. Er lässt sich von den Effekten der Katzenaugen, die den Mittelstreifen der Straßen nachts erkennbar machen unterhalten. Fällt die Straße zu sehr ab („hidden dip“ nennen das die Briten) bekommt die Lichterkette Lücken, die sich wieder schließen, sich neu bilden, verschwinden- hübsch. Und wahrscheinlich bei der tiefen Sitzposition im Velomobil besonders eindrücklich.

Was der Randonneur nicht so hübsch findet, ist, dass seine linke Achillessehne anfängt zu zwicken. Sind das jetzt Nachwehen der vorangegangenen Bergetappe? Liegt es an den Schuhen mit den weichen, flexiblen Sohlen? An beidem zusammen?

Nach 3:15:53 Fahrzeit und 3:23:03 Gesamtzeit sind die 77,4 km und 443 Höhenmeter nach Moffat geschafft. Der Randonneur liegt jetzt nur noch 1:49h vor dem Ende seines Zeitfensters. Dennoch geht es jetzt nach dem Essen erst einmal in den Schlafsaal.

Beim Einchecken wissen die Helfer von der Problem mit den Schuhen, haben aber noch kein entsprechendes Paar gefunden. Nach zwei Stunden Schlaf und einem kurzen Frühstück checkt der Randonneur wieder aus. Die Helfer, die jetzt am Eingang sitzen haben von der Geschichte mit den Schuhen noch nichts gehört. Haben also auch nicht auf die Schuhe der vorbeikommenden Radler geachtet. Hmm.

 

Ob der Randonneur sich den die Schuhe, welch hier gleich am Eingang abgestellt werde, schon angesehen hätte?

Nö, macht er aber natürlich sofort.

Nur steh ihm dabei dieser Typ im Weg, einer von den Amis, die er schon am Yad Moss immer wieder einmal getroffen hatte. Der zog sich gerade ein Paar schwarze Fahrradschuhe aus, weil er vor dem Start noch etwas aus dem Gebäude holen musste.

 

Ein Paar? Schwarz. Specialized. Drei Klettverschlüsse. Blaue Innensohlen mit weißer Schrift.

Das Paar!

Der Randonneur fragt den anderen Randonneur ganz, ganz vorsichtig, ob dieser sich wirklich ganz sicher sei, dass die Schuhe, die er da gerade ausgezogen hatte auch wirklich, ganz bestimmt seine seien?

Natürlich sind sie das!

Sie sehen aber den vermissten Schuhen des Randonneurs zu und zu ähnlich. Hat der andere Randonneur denn auch diese speziellen Innensohlen? Hat er nicht eigentlich Größe 46?

Hat er. John entschuldigt sich für sein Versehen. Dieses Paar hat ihm aber gut gepasst. Er hatte sich gefreut, dass seine Füße während der Pause in Brampton so schön abgeschwollen seien (Kein Wunder, wenn man nach der Pause zwei Nummern größer anzieht!). John rückt die Schuhe auch ohne Widerspruch heraus. Versucht die Story seinen beiden Kumpeln zu erklären. Diese spezielle Innensohle, die Kratzer an den Hacken von den Schrauben, mit denen die Gleitkufen unter den Fußhubbeln des Milans befestigt sind.

Aber John möchte auch wissen, wie er denn jetzt weiterradeln soll? So ohne Schuhe?

 

Der Randonneur weiß eine Lösung. Er geht zu seinem Velomobil und holt die geliehen, handgeschnitzten MTB-Schuhe heraus. Er wird nie wieder seine Schuhe in die Massen der übrigen Radschuhe stellen, sondern direkt am geparkten Velomobil seine Hausschuhe anziehen und die Radschuhe dort lassen, wo sie hingehören- im Rad.

 

John hat ein paar bequeme Schuhe mit Cleats, die an seine Pedale passen. Jedes Mal, wenn der Randonneur ihn trifft, und dascwird auch an diesem Tag ein paar Mal passieren, fragt er John ganz freundlich, ob es John’s Füssen gut geht und hat jedes Mal eine positive Antwort bekommen.

 

Und das Ende dieser Geschichte?

Als der Randonneur am Ende des Tages wieder in Brampton ankommt stehen die handgeschnitzten MTB-Schuhe fein ordentlich neben dem Tisch des Teams am Check-in. Der Randonneur wird sehr, sehr freundlich begrüßt. Man deutet ihm, voll britischen Understatements nur sachte an, was John zu hören bekam, als er mit den Handgeschnitzten zur Tür hereinkam.

 

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LEL 2017

eine bebilderte Version dieses Eintrags findet sich hier

Vorbereitungen:

Sturmvogel sollte zu LEL maximal fit sein.

 

Er bekam neue Vorderräder von Ginkgo mit Kühltürmen auf den Bremstrommeln und Felgen für schlauchlose (tubeless) Reifen, die sich durch größere Pannensicherheit auszeichnen sollen. Damit sitzen die Reifen aber auch -Schlauch oder nicht- wesentlich fester auf der Felge sodass ich bei der ersten Panne ohne Zerstückeln den Reifen gar nicht wieder herunter bekam. Mit etwas Übung schien das jedoch klappen zu wollen.

 

Außerdem bestellte ich einen starken Fernlichtscheinwerfer samt Akku, der mit dem Bordnetz verbunden werden und die Nachtfahrten noch sicherer machen sollte. Dieser wurde tatsächlich im Mai fertig.

 

Im Frühjahr hatte ich mir als neues Auto einen Kleinbus zugelegt, in den der Milan rückwärts, mit der Heckflossen zwischen den Lehnen der Vordersitze hineinpasst und beim Fahren nicht stört. Ein großes Auto, um noch mehr Radfahren zu können.

 

Für Mitte Juni hatte ich fast zwei Monate vorher einen Termin mit dem Räderwerk abgesprochen. Neben einer gründlichen Inspektion mit Erneuerung aller verschlissenen Teile sollten in dieser Woche auch die o.g. Elektronikkomponenten eingebaut und für meine bessere Belüftung ein NACA-Duct.
Im Räderwerk herrschte aber zu dieser Zeit extremer Personalnotstand. Jens schaffte es, den NACA-Duct und eine Wartungsklappe im Bereich des Schaltwerks einzubauen / auszuschneiden. Helge hatte eben genug Zeit, die Schaltung einzustellen.
Am Tag der Abholung war das längste und schwerste Brevet meiner Vorbereitung, 600km  vom Weserbergland nach Gießen und zurück über das Eichsfeld, und das Harzvorland- und die Bremsen brauchten immer noch genauso dringend ein Nachstellen, wie vor der Inspektion. Nach diesem Brevet wusste ich jedenfalls einige Dinge, die ich in den ersten Urlaubstagen noch zu erledigen hätte.

 

Meine Kondition schien in den Brevets, aber auch bei anderen, teils langen Fahrten durchaus gut zu sein.

Wo mir nach den langen Fahrten Wehwehchen aufgefallen waren, habe ich Sturmvogel angepasst, die Armstützen niedriger gemacht und den Sitz im Lendenbereich so gepolstert, dass der Dornfortsatz auch dort nicht mehr zu viel Druck erhalten kann.

Elektrolytpulver und Powerbars habe ich wieder in großen Mengen bestellt.

 

Sommerurlaub 2017

LEL würde in der dritten und letzten Woche meines Sommerurlaubs liegen. Meine liebe Frau hatte schon vorher (Schul-) Sommerferien und würde in der LEL-Woche wieder anfangen zu arbeiten.
In der ersten Woche wollte ich die Vorbereitungen hinsichtlich der Ausrüstung, des Inhalts der Drop-Bags und der Arbeiten am Sturmvogel abschließen. Da uns noch ein persönlicher Termin dazwischenkam, hat die Zeit gerade dafür gereicht.

Das Tubeless-Felgenband in den neuen Vorderrädern stellt sich in dieser Woche gerade noch rechtzeitig als sehr empfindlich heraus: Wir waren abends bei Freunden im Münsterland; als ich aus dem Pool herauskam fragten sie mich, was mein Rad für seltsame Geräusch macht. Als ich losfahren wollte, stellte sich heraus, dass der Schlauch in die Felge hinein geplatzt war. Das dünne, leichte und luftdichte Band war wohl bei einer vorhergehenden Reparatur durch Kratzer beschädigt worden und in einem Speichenloch ausgerissen. Also habe ich am folgenden Tag ein anderes Felgenband darüber geklebt.

Nach dem Schmieren der Kette und etwas Nachjustieren am Schaltwerk fiel auch die Kette hinten nicht mehr ab- dies war bei dem 600er mehrfach passiert und sehr lästig.

Den neuen Scheinwerfer konnte ich auch selber einbauen, die mitgelieferten Leitungen waren genau lang genug, den Taster für die Auswahl der Leuchtstärke bekam ich mit etwas Bohren und Feilen so am Lenker fest, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nur der Anschluss an das bestehende Stromnetz muss noch warten- Allein um den kleine Schaltkasten zu entfernen, hätte ich das linke Federbein ausbauen müssen- erstmals. Das sollte man zwar vielleicht tatsächlich können, aber machte mir das Ganze dann doch zu aufwändig.

Die zweite Ferienwoche verbrachten wir sehr angenehm auf einer Rundreise durch Südengland. Wir besuchten mehrere gute Freunde aus Studientagen, besichtigten Salisbury mit seiner Kathedrale und machten zum Abschluss eine schöne längere Wanderung beim White Horse bei Uffington, einem großen prähistorischen Scharrbild eines Pferdes in großer Nähe zu einem bronzezeitlichen Festung am sog. Ridgeway. In den Laufschuhen holte ich mir dicke Blasen unter beiden kleinen Zehen- die sich aber bei Radfahren um Glück überhaupt nicht bemerkbar machten.

 

Vor dem Start:

Am Samstag dem 29.7. mussten die Startformalitäten erledigt werden. Ich brachte also meine Frau nach Stansted zum Flughafen, der sehr dicht bei Loughton, dem Startort liegt. Auf dem Gelände der Davenant Foundation School hatte ich einen Parkplatz erhalten. Die Registrierung verlief vollkommen unkompliziert, die beiden Drop-Bags hatte ich ja schon zu Hause vorbereitet und musste sie nur noch in die LEL- Beutel umpacken. Nur die Abholung der vorbestellten Artikel: Tasse T-Shirt, Trikots etc. dauerte etwas länger. Überall traf man nette Leute. Andreas, mit dem ich vor zwei Wochen noch 300km durch Holland gefahren war, wies mir den Weg zum Parkplatz.
Danach traf ich mich mit Carlos aus Oundle dem ich vor zwei Jahren bei PBP mit meiner Regenjacke das Durchhalten und Finishen ermöglicht hatte. Wir liefen ein ganzes Stück in den Ort, weil der nahegelegene Pub kein Essen anbietet und ich wurde von ihm zur Pastaparty eingeladen.

Auf dem Rückweg besorgte ich in einem Supermarkt noch ein paar Bananen und Sandwiches als Reiseproviant. Ich konnte mir ja nicht die üblichen Stullen schmieren.

Zurück auf dem Schulgelände war das belgische Auto mit dem weißen Quest auf dem Dach und dem sehr liebenswürdigen älteren Fahrer verschwunden. Auf der anderen Seite von meinem Auto stand ein VW-Bus mit italienischem Kennzeichen und ausgefahrenem Vordach. Ich wurde gleich- auf deutsch- eingeladen ebenfalls darunter dem Regen zu entkommen und wir kamen leicht ins Plaudern.

In einer Regenpause holte ich Sturmvogel aus dem Auto und pumpte die Luftmatratze auf. Nachdem ich auch noch die Kette wieder aufgelegt hatte die beim rückwärts ins Auto Schieben heruntergefallen war, (das hatte ich schon gehört) und alle Reifen nicht nachgepumpt werden mussten, waren die Vorbereitungen eigentlich abgeschlossen. Beim weiteren Plausch erzählten mir meine Nachbarn von Freunden, die beide Velomobile führen, bei PBP teilgenommen hatten… . Das konnten eigentlich nur Marita und Thomas sein, was auch stimmte. Daraufhin fragte ich, ob meine Nachbarin die Gabi sei, deren Blog ich immer wieder gerne lese- und auch das stimmte.

 

Tag 1:

Ich wurde kurz vor 6 wach und hatte- zum ersten Mal auf der Luftmatratze im Auto- ganz gut geschlafen. Duschen, Frühstück und noch immer keine Aufregung. Ich fühlte mich optimal vorbereitet und gut ausgerüstet. Um halb acht fuhr ich meinen Vogel zum Startplatz. Auch dort ging es ruhig zu. Die Startgruppen waren relativ klein. In meiner Gruppe startete noch ein Südtiroler, mit dem Gabi mich bekanntgemacht hatte. Sie war rechtzeitig aufgestanden und verabschiedete uns.

Das Velomobil war- wie überall- auch hier schon ein beliebtes Fotomotiv und Gesprächsthema.

Und dann war es soweit und wir rollten los. Es regnete leicht, die Temperatur war angenehm, auf den ersten Kilometern kamen immer wieder Randonneure auf dem Weg zum Start entgegen. Dass die Gegend um Loughton hügelig hatte ich ja tags zuvor schon festgestellt, für manche der kurzen Anstiege brauchte ich auch das kleine Kettenblatt, alles funktionierte gut und das hin und her mit überholen und überholt werden machte Spaß, wie immer. Ich kam ganz gut voran und freute mich auf die flachen km in den Fens, die jedoch länger auf sich warten ließen, als ich gedacht hatte. An der ersten Kontrolle in St Ives habe ich den Stempel um 11:40 bekommen, nachdem ich die ersten Gespräche über das Velomobil hinter mir hatte, lag also wie erhofft gut in der Zeit und war auch nach ca. 30 min nach Essen, Trinken und Toilettenbesuch gleich wieder unterwegs.

Ich hatte auf Empfehlung von LEL Veteranen im Velomobil im Vorfeld mit B-Router, dem Fahrradroutingprogramm, das unter den zahlreichen Fahrradprofilen auch eine Einstellung für Velomobile hat, für die gesamte Strecke VM- optimierte Routen erstellt und beide, die originalen und die VM-Routen auf das Garmin geladen. In der Hoffnung, dass ein paar Umwege auf etwas größeren Straßen die Straßenqualität verbessern und die Anstiege etwas weniger steil ausfallen lassen könnte, benutzte ich auf den nächsten Etappen diese Tracks. Daher war ich immer wieder allein auf weiter Flur war. Die zweite Etappe nach Spalding war flach, kurz und lief gut. Das Garmin sagt 1:47:26 (Netto-) Fahrzeit für 60,13 km. Der Stempel wurde ohne Uhrzeit erteilt und von mir mit 14:02h nachgetragen. Das Essen war vielfältig, lecker und reichhaltig, dazu habe ich reichlich getrunken und meine Trinkblase erstmals nachgefüllt.

Die dritte Etappe nach Louth würde die Fens wieder verlassen. Aber zwischen Boston (nur vorbeigefahren) und New York platzte der rechte Vorderreifen mit einem lauten Knall. Ich war offenbar über eine Scherbe oder ein scharfe Metallkante gefahren und hatte mir den Reifen auf einem Langen Stück aufgeschnitten. Während der Reparatur bot mir ein Mann Hilfe an. Zumindest Händewaschen, Toilettenbesuch und das Wegwerfen des alten Reifens und Schlauchs nahm ich gerne an. Hinten in seiner Einfahrt stand doch tatsächlich ein Messerschmidt Kabinenroller aus den frühen Fünfzigern! Daneben wollte ich meinen Sturmvogel fotografieren! Er habe ja noch eine Menge andere „Bubble Cars“ erzählte er mir und ließ mich ohne Eintritt einen Blick in sein Fahrzeugmuseum werfen. (www.bubblecarmuseum.co.uk)

Das Ende dieser Etappe würde mit den Lincolnshire Wolds hügelig werden. Und auch auf der VM-Route war es stellenweise so steil, dass ich eine Strecke geschoben habe um die Muskeln nicht zu sehr zu belasten. Wer im Ziel ankommen will muss halt manchmal vernünftig sein. Dafür wird man dann eher von der guten Aussicht belohnt- zumal das Wetter deutlich besser geworden war. Fahrtzeit 2:45:18, Gesamtzeit 3:26:15 für 79,5km.

In Louth war eine längere Pause fällig. Zuerst Fachsimpeln mit Lee; dem Mechanic, der meinte, Milane sehe man in GB ja nicht so oft- und mir dann Fotos von seinem schicken weißen Milan SL mit roten Reflexstreifen zeigte. Als Velomobilfahrer hatte er auch die passenden Reifen und Schläuche vorrätig. Ersatz für den geplatzten Schlauch kaufte ich, aber die relativ schweren Duranos, die er mir anbot habe ich – leider- verschmäht. Ich wähnte ja, selber genug dabei und in den Drop-Bags zu haben.

Besonders für die erste Hälfte der nächsten Etappe nach Pocklington hatte ich die B-Router-Tracks gemacht. So umfuhr ich die Lincolnshire Wolds und traf erst an der Humber Bridge wieder auf andere Randonneure. Hier wurde es dann dunkel, was die komplizierten Wegeverhältnisse nicht leichter erkennbar machte. An einem Kreisverkehr bog ich irrtümlich zu früh auf die Auffahrt zur hier autobahnartig ausgebaute A63 in Richtung Osten ab. Zum Glück war praktisch kein Verkehr, als ich den Vogel am rechten Straßenrand entlang wieder hoch bis um Kreisel schob. Am nächsten Kreisverkehr, so einem Doppelkreisverkehrssystem, dass offenbar anstelle der früher gebauten Riesenkreise mit zwei Brücken mit einer Brücke über die Hauptstraßen auskommt, habe ich mich gleich wieder verhauen, danach ging es aber an der selben A63 entlang ein Stück in Richtung Westen. Insgesamt war auf meinem Track die Humber Bridge die höchste Erhebung auf der nur gering welligen Strecke. Fahrzeit 4:21:23 netto und 5:08:26 brutto für 112,7km. Der Stempel in Pocklington stammt von 0:33 am Montag. Bisher hatte ich eine Zeitreserve von 7h und 11min. Sehr schön!

In Pocklington hatte ich frische Kleidung in meinem Drop-Bag, nach der Dusche und dem Abendessen nahm ich für knapp zwei Stündchen eine Schlafstelle.

 

Tag 2:

Dann noch ordentlich gefrühstückt und um 3:56 Uhr das Garmin wieder gestartet. Bald wurde es hell und es wurde ein schöner Tag. Auf meiner nur wenig hügeligen Strecke kam ich ziemlich gut voran, den Stempel in Thirsk erhielt ich um 6:59h- immer noch 5:20h vor dem Zeitlimit. Netto 2:34:43h, brutto ca. 3h für 62,5km und 281 Höhenmeter.

Um 7:50 Uhr ging es weiter nach Barnard Castle, einem sehr sehenswerten Ort mit einer malerischen, Schloss-artigen Schule. Die Stecke stieg jetzt, besonders auf den letzten 30 km deutlich an. Nach dem zweiten- sehr reichhaltigen und guten- Frühstück kam ich auf dem Weg zu den Waschräumen am Raum des Masseurs vorbei. Mauro hatte keine Kundschaft und so ließ ich mir von seinen magischen Händen schon einmal die Beinmuskulatur auflockern – sehr, sehr angenehm! Diese Etappe war um 11:07 Uhr nach 67,4 km in 2:54:28 bzw. 3:12:08h mit 576 Höhenmetern zu Ende.

Durch die Massage hatte sich die Pause in Barnard Castle auf 1 ½ h verlängert, aber jetzt kam ja auch die erste Überquerung des berüchtigten Yad Moss, einer Gebirgsstraße über den Hauptkamm der Pennines. Und Klettern ist für mich Zweizentnermann mit dem Velomobil, das fast 20 kg schwerer ist, als manches Rennrad eine anstrengende Geduldsprobe. Diese Etappe bot 998 Höhenmeter und da die Strecke „alternativlos“ ist, war mein Track hier mit dem Originaltrack identisch. Es gab also immer wieder nette Begegnungen mit anderen Teilnehmern. Wie erwartet war es anstrengend, ließ sich aber insgesamt gut fahren. Der Lukendeckel, den ich beim Bergauffahren sonst zur bessren Wärmeabfuhr gerne hochgestellt lasse, wurde mir vom frischen Wind immer wieder zugeweht, so dass ich ihm meist nur mit einer Hand etwas hochgehalten habe. Mit ein paar kurzen Verschnauf- und Fotopausen kam ich gut oben an. Die Abfahrt, in einem Stück zunächst nur bis Alston war ein Hochgenuss. Hier konnte ich etliche der Leute, die mich bergauf etwas mitleidig angeschaut hatten, wieder sehr deutlich hinter mir lassen. Als in Alston in der steilen Kopfsteinpflasterpassage ein Eiswagen stand, konnte auch ich nicht widerstehen. Das Stück weiter nach Brampton geht zwar insgesamt immer noch deutlich bergab, es werden aber einige Flüsse und Bäche überquert, sodass immer wieder steile Zwischenanstiege zu bewältigen waren. Diese waren zwar nicht so lang, aber dennoch für die müden Beine unangenehm. Außerdem stellte ich mir schon mit leisem Grausen die Rückfahrt vor. 83,5km; 4:15:26/ 5:15:24h, 998 Hm, Vmax immerhin 67km/h. Auf diesem Stück traf ich immer wieder ein Grüppchen Amerikaner, über die noch zu berichten sein wird.

Die Pause in Brampton war hochwillkommen. Bis man seine Schuhe ausziehen muss ist man aber durch eine Vorhalle und einen Innenhof schon so weit gegangen, dass ich zu faul war, wieder zum Rad zu gehen und die Birkis anzuziehen. Das Essen war wieder lecker, ich hatte schon wieder frische Klamotten im Brampton Drop-Bag, in jeder Duschkabine waren Duschgel und Shampoo.
Yad Moss hin und her- ich hatte an dem Tag noch nicht genug getan und musste zumindest noch eine Etappe unter die Räder nehmen. Also nach der –lohnenden- Pause weiter nach Moffat und vielleicht auch noch Edinburgh?!

 

Zwischenspiel: die Episode mit den Schuhen

Als die lohnende Pause in Brampton beendet und der frisch geduschte Randonneur alles wieder gerichtet hatte, musste er nur noch seine Schuhe anziehen und konnte weiterfahren.

 

Theoretisch.

 

Da wo er die Schuhe abgestellt hatte, brav im Gang zur Kantine, zehn Meter von der Kreuzung entfernt, standen viel Paare, aber seine nicht.

In den übrigen Gängen standen noch viel, viel mehr Schuhe. Viele Marken, alle Farben und Formen.

Da! Im Hauptgang ein Paar schwarze von Specialized, mit drei Klettverschlüssen, so wie seine. Aaber: keine SQLab Innensohlen und nur Größe 46, nicht 48.

Also sucht er noch einmal alles ab, die Specialized hatte er dabei bestimmt drei Male in der Hand.

 

Nichts! Nichts! Nichts!

Er wendet sich an eine Helferin, die dort Dienst tut. Sie versteht ihn nicht, kann kaum Englisch, er zu wenig Französisch. Aber sie bringt ihn zu Heather, die diese wichtige Kontrolle -nach Yad Moss, vor den schottischen Bergen und – nicht zu vergessen- auch vor Yad Moss- leitet. Also alles noch einmal mit mehreren Helfern abgesucht. Nichts!

 

Jemand muss irrtümlich die Schuhe des Randonneurs mit den großen Füßen genommen haben. Mutmaßlich jemand mit nur gering überdurchschnittlich großen Füßen, dem eigentlich die stehen gelassenen 46er viel besser passen, als die Schuhe des Randonneurs, dieser Glücksfall im Leben eines Mannes auf großem Fuße, der sich in den letzten 40 Jahren seines Lebens angewöhnt hat, alle Schuhe zu kaufen, wenn sie ihm passen und nur halbwegs gefallen.

Heather nötigt ihn, die 46er anzuprobieren. Er fühlt sich wie im Märchen von Aschenputtel- so wird das nichts.

Heather fragt im Team, herum, welche Schuhgrößen die Jungs haben und ob man nicht noch wen mit großen Füßen kennt?! Und richtig, der junge Schwede, Helfer mit Engelsgesicht und langen blonden Locken hat ausgelatschte Mountainbikeschuhe in 13. Sie passen dem Randonneur.

 

Sie passen aber seinem Velomobil nicht. Diese breiten Latschen schleifen außen an der Karosserie, besonders links. Die Cleats verstellen- Fehlanzeige! Abgeschliffen und nur noch halb so dick, wie sie einmal waren. Immerhin halten sie in den Pedalen!

 

Der Besitzer ist bereit, seine Schuhe verstümmeln zu lassen. Das alte Schweizermesser im Gepäck des Randonneurs ist zu stumpf, der Mechanic treibt ein Teppichmesser auf, damit geht es- Der Randonneur schnitzt einige Millimeter der weichen Sohle im Vorfußbereich außen ab. Jetzt passen die Schuhe dem Randonneur und seinem Milan!

Heather will die Kollegen in der Kontrolle in Moffat informieren, damit sie nach schwarzen Specialized Schuhen Ausschau halten.

 

Um 22:34 Uhr, nur 1 ½ Stunden nachdem er aufbrechen wollte, sitzt der Randonneur in seinem Sturmvogel und fährt in die finstere Nacht hinaus, auf der Standardstrecke über die derzeit verkehrsarmen Hauptstraßen nach Moffat. Er lässt sich von den Effekten der Katzenaugen, die den Mittelstreifen der Straßen nachts erkennbar machen unterhalten. Fällt die Straße zu sehr ab („hidden dip“ nennen das die Briten) bekommt die Lichterkette Lücken, die sich wieder schließen, sich neu bilden, verschwinden- hübsch. Und wahrscheinlich bei der tiefen Sitzposition im Velomobil besonders eindrücklich.

Was der Randonneur nicht so hübsch findet, ist, dass seine linke Achillessehne anfängt zu zwicken. Sind das jetzt Nachwehen der vorangegangenen Bergetappe? Liegt es an den Schuhen mit den weichen, flexiblen Sohlen? An beidem zusammen?

Nach 3:15:53 Fahrzeit und 3:23:03 Gesamtzeit sind die 77,4 km und 443 Höhenmeter nach Moffat geschafft. Der Randonneur liegt jetzt nur noch 1:49h vor dem Ende seines Zeitfensters. Dennoch geht es jetzt nach dem Essen erst einmal in den Schlafsaal.

Beim Einchecken wissen die Helfer von der Problem mit den Schuhen, haben aber noch kein entsprechendes Paar gefunden. Nach zwei Stunden Schlaf und einem kurzen Frühstück checkt der Randonneur wieder aus. Die Helfer, die jetzt am Eingang sitzen haben von der Geschichte mit den Schuhen noch nichts gehört. Haben also auch nicht auf die Schuhe der vorbeikommenden Radler geachtet. Hmm.

 

Ob der Randonneur sich den die Schuhe, welch hier gleich am Eingang abgestellt werde, schon angesehen hätte?

Nö, macht er aber natürlich sofort.

Nur steh ihm dabei dieser Typ im Weg, einer von den Amis, die er schon am Yad Moss immer wieder einmal getroffen hatte. Der zog sich gerade ein Paar schwarze Fahrradschuhe aus, weil er vor dem Start noch etwas aus dem Gebäude holen musste.

 

Ein Paar? Schwarz. Specialized. Drei Klettverschlüsse. Blaue Innensohlen mit weißer Schrift.

Das Paar!

Der Randonneur fragt den anderen Randonneur ganz, ganz vorsichtig, ob dieser sich wirklich ganz sicher sei, dass die Schuhe, die er da gerade ausgezogen hatte auch wirklich, ganz bestimmt seine seien?

Natürlich sind sie das!

Sie sehen aber den vermissten Schuhen des Randonneurs zu und zu ähnlich. Hat der andere Randonneur denn auch diese speziellen Innensohlen? Hat er nicht eigentlich Größe 46?

Hat er. John entschuldigt sich für sein Versehen. Dieses Paar hat ihm aber gut gepasst. Er hatte sich gefreut, dass seine Füße während der Pause in Brampton so schön abgeschwollen seien (Kein Wunder, wenn man nach der Pause zwei Nummern größer anzieht!). John rückt die Schuhe auch ohne Widerspruch heraus. Versucht die Story seinen beiden Kumpeln zu erklären. Diese spezielle Innensohle, die Kratzer an den Hacken von den Schrauben, mit denen die Gleitkufen unter den Fußhubbeln des Milans befestigt sind.

Aber John möchte auch wissen, wie er denn jetzt weiterradeln soll? So ohne Schuhe?

 

Der Randonneur weiß eine Lösung. Er geht zu seinem Velomobil und holt die geliehen, handgeschnitzten MTB-Schuhe heraus. Er wird nie wieder seine Schuhe in die Massen der übrigen Radschuhe stellen, sondern direkt am geparkten Velomobil seine Hausschuhe anziehen und die Radschuhe dort lassen, wo sie hingehören- im Rad.

 

John hat ein paar bequeme Schuhe mit Cleats, die an seine Pedale passen. Jedes Mal, wenn der Randonneur ihn trifft, und dascwird auch an diesem Tag ein paar Mal passieren, fragt er John ganz freundlich, ob es John’s Füssen gut geht und hat jedes Mal eine positive Antwort bekommen.

 

Und das Ende dieser Geschichte?

Als der Randonneur am Ende des Tages wieder in Brampton ankommt stehen die handgeschnitzten MTB-Schuhe fein ordentlich neben dem Tisch des Teams am Check-in. Der Randonneur wird sehr, sehr freundlich begrüßt. Man deutet ihm, voll britischen Understatements nur sachte an, was John zu hören bekam, als er mit den Handgeschnitzten zur Tür hereinkam.

 

Tag 3:

Punkt fünf Uhr in der Frühe, es war schon wieder hell, konnte ich also die letzte Etappe des Hinwegs in Angriff nehmen. Dass ich meine Schuhe wieder hatte gab mir zusätzlichen Elan und jedes Mal wenn John-who-took-my-shoes und seine Gruppe mir begegnete gab es was zu lachen.

Nach der Schlafpause war ich wieder frisch und der ziemlich lange Anstieg macht mir nicht viel aus. Es war auch nicht allzu steil und irgendwann ging es dann meist bergab durch das Tal des River Tweed nach Osten. In der Nähe von Edinburgh wurde dann auch der Verkehr stärker. Bei den schlechten Straßen musste ich – besonders bergab- weit in der Mitte fahren, um den Schlaglöchern ausweichen zu können. Beim Bergaufschleichen war das langsame Ruckeln ja auch nicht so bedrohlich.

Nur zehn km vor dem Ziel verließ der Track die größeren Straßen. Nach einer scharfen, unübersichtlichen Linkskurve kam ein kurzer, aber steiler Anstieg, also schnell runterschalten aufs kleine Kettenblatt. Nur dass mir dabei die Kette abfiel. Also Werkzeug auspacken, mich über die Wartungsklappe freuen und an schmutzige Werk machen. Hier kommt ein Deutscher auf seinem Tieflieger vorbei (ja ich haben seinen Namen auch diesmal wieder vergessen, @speedmanager im Forum?) und fasst mit an und dann ist die Kette auch bald wieder drauf. Er erzählte, dass gleich ein Stück alte Bahnstrecke kommen müsste, die nach Art der Radbahnen in Deutschland und Ravels in Belgien als Radstrecke umgebaut wurde. Ich war mit dem einpacken noch nicht fertig, da beginnt ein heftiger Schauer, sodass ich ziemlich durchnässt einstiegen muss. Nach kurzer Fahrt wird eine Straße überquert und der Asphalt hört auf. Der unbefestigte Weg macht Schlenker und hat so steile Anstiege, dass ich aussteige um den Hinterreifen auf dem von Steinen durchsetzten Matsch nicht zu zerstören. Da kommt mir ein Randonneur entgegen- wir seien falsch. Genau! 10 m entfernt führt parallel ein gut asphaltierter Weg- die Radbahn. Und wie es sich gehört, ist sie eingezäunt und die Trasse so ins Gelände eingeschnitten, dass wir wirklich ganz zurück müssen, um die Einfahrt zu erreichen. Es folgen 1,5 km wirklich glatter Weg, auf dem mein Vogel so rennt, wie ich es aus Deutschland kenne. Also hat ca. 1 Promille der Strecke wirklich guten Belag. Und dann ist Edinburgh erreicht. Wieder werde ich von Randonneuren und deren Begleitern umringt und ausgefragt. Hier ist das Essen im Vergleich zu allen Kontrollen zuvor enttäuschend: Als warme Mahlzeit gibt es nur Baked Beans auf Toast. Immerhin gibt es Bananen und Flapjacks- Haferkekse, die ich mir jeweils als Proviant für die Weiterfahrt einstecke.

Für die 81,4 km mit 768 hm brauchte ich 3:46 bzw. 4:22 h. Stempelzeit in Edinburgh war Dienstag 1.8. 9:32 Uhr. Damit lag ich 10 min hinter meinem Zeitfenster zurück. Während der Vorbereitungen zu Hause war bei den Überlegungen, wie schnell ich den sein könnte, mein worst-case Szenario, dass ich am Montagabend in Edinburgh schlafen würde.

Die folgenden Etappen nach Innerleithen und Eskaldemuir sollten mit 43 und 49km Länge scheinbar kurz sein. Die nächste zurück nach Brampton nur wenig länger. Aber hier ging es in den sog. Lowlands immer wieder richtig rauf und runter. Die abgelegenen Täler sind herrlich schön, die Schafe blieben brav auf ihren Wiesen und die am Straßenrand nahmen meist Reißaus, wenn ich mich bemerkbar machte.

Ich brach um 10:38 wieder in Edinburgh auf und stempelte um 13:08 in Innerleithen. 2,5h  für 43 km, davon die Hälfte berab: die Anstiege waren richtig anstrengend! Als ich dort ankam, hatte ich beste Laune und echten Heißhunger und das gebotene Essen mundete vorzüglich. Vor dem Weiterfahren pumpte ich den rechten Vorderreifen wieder nach, zumindest war das mein Plan. Nach dem Reifenwechsel vor New York hatte es bald noch einmal vernehmlich gezischt. Da aber, bis ich ausgestiegen war, da Zischen aufgehört hatte und der Reifen noch einigen Druck hatte, gab ich der Pannenmilch eine Chance sich zu bewähren und pumpte nur nach- auf ca. 6 statt auf 8 bar, wie sonst, um den kleinen Latexklumpen nicht wieder hinauszupressen. Das wiederholte ich dann auf jeder folgenden Kontrollstelle mit den guten Standpumpen, statt mit meiner kleinen Notfallpumpe ohne weiteren Zeitverlust. In Innerleithen aber entwich dabei dann alle Luft mit einem deutlichen Zischen. Also musste der eine meiner leichten Reservereifen durch den anderen, ebenso leichten ersetzt werden.

Nach dieser Verzögerung brach ich dann nach Eskaldemuir auf, einem kleinen Nest mit einem buddhistischen Kloster. Das vergoldete Dach des Tempels leuchtete auch an diesem etwas trüben Tag und am Straßenrand stand eine Nonne, wie in Asien in weite Tücher gehüllt. Auf dieser Etappe gab es drei Anstiege und drei Abfahrten. Schon nach der ersten Abfahrt war rechts vorne schon wieder platt! Nun musste ich den letzten Reservereifen montieren, den ich im Velomobil dabei hatte, ein mulmiges Gefühl. Hier hielt ein Franzose mit dem Auto an, der seinen Bruder als LEL- Teilnehmer betreut. Er half mir bei der Reparatur und schenkte mir noch einen seiner Reifenheber, der einige Arbeitsschritte besonders einfach macht. Merci beaucoup, Monsieur!

Bis Eskaldemuir waren es mit dem Abschnitt nach Innerleithen zusammen 94,4 km mit 1104 Höhenmetern. Die Fahrtzeit betrug 5:22:30h brutto mit der Pause in Innerleithen und den beiden Reifenpannen 8:04:29h.

Das kleine Gemeinschaftshaus in Eskaldemuir war vollgestopft, es gab wieder eine Stärkung. Dabei saß ich mit einem Paar am Tisch, die mir wieder von einem befreundeten deutschen Paar erzählten, die 2013 an LEL teilgenommen hatte und weiche die beiden genau auf diesem Streckenabschnitt kennengelernt hatten. Und wieder handelte es sich um Marita und Thomas Ritter! Ich versprach natürlich gerne, herzliche Grüße auszurichten und dann brach ich um 19:28 wieder nach Brampton auf. 14 km vor diesem Ziel war vorne wieder ein Platten. Dieses Mal zur Abwechslung links. Und ich bekam den verflixten Reifen ums Verrecken nicht von der Felge. Und es wurde dunkel. Und es fing an zu Regnen. Und ich bekam den Reifen immer noch nicht herunter. Ich stand etwas abseits der Straße in der Einfahrt zu einem Gewerbegelände. Die meisten Randonneure nahmen mich gar nicht wahr. Als ich anfing, auf die Frage „ Are you ok?“ mit „no“ zu antworten, fuhren sie trotzdem weiter, weil diese Antwort so unerwartet ist (?). Dann kam, es war nun schon richtig dunkel ein weißes Quest vorbei. Auch mit der Hilfe von Lucien Poppe, dem freundlichen Bekannten von Samstag bekamen wir den Reifen nicht herunter um zu flicken. Und in Brampton, im Drop-Bag musste noch ein neuer Mantel stecken! Lucien eröffnete mir, dass seine Frau unter den Volunteers in Brampton sei, und das Auto dabeihabe! Er wolle mit dem Velomobil nach Brampton fahren und dann im Auto mit meinem Beutel zurückkommen. In der Wartezeit aß ich etwas und macht mich dann noch einmal über den platten Reifen her. Es half alles nichts, herunter ging er nicht, musste er aber. Wie bei dem 300km Brevet im Westerwald wusste ich mir nur noch mit dem Einsatz von Messer und Zange zu helfen und zerstückelte den Reifen. Endlich kam Lucien, mit ihm der Beutel und der nächste letzte Reservereifen. Lucien fuhr gleich wieder zurück, um seine wohlverdienten Schlaf zu bekommen und ich hatte in wenigen Minuten den Reifen montiert und fing an ihn aufzupumpen. Als er so leidlich prall war, blockierte meine kleine Lezyne –Mini-Hochdruck-Standpumpe und ließ sich überhaupt nicht mehr bewegen, geschweigen denn damit pumpen.

Aber es war ja etwas Luft in den Reifen gekommen und so fuhr ich vorsichtig los. Nach etwa der Hälfte der Strecke war die Luft wieder raus. Ich musste also schieben. Auf einmal rief eine Stimme „Ist das etwa der Heiner?“ Es waren Gabi und Herrmann Winck, die hielten und mir eine ihrer Pumpen ausliehen. Schnell waren sie weiter, fast so schnell hatte ich wieder- und jetzt genug Druck auf dem Reifen und konnte die allerletzten km dieser Katastrophenetappe endlich hinter mich bringen. Stempel um 1:04, also schon Mittwoch! Damit liege ich 5 Stunden zurück! Essen duschen Schlafen in der bewährten Reihenfolge. Und mich am Anblick der handgeschnitzten Schuhe erfreuen. Aber auch gleich tief und fest schlafen- fast drei Stunden!

 

Tag 4:

An diesem Tag kam ich um 5:22 los. Vor dem Start hatte ich mit dem Mechanic versucht, meine Pumpe wieder gängig zu bekommen, das klappte aber auch bei ihm nicht. So kam sie noch nachträglich in den Drop-Bag und wird demnächst reklamiert.

Der Reifen hatte in der Pause die Luft gehalten- hatte sich da bloß das Ventilverklemmt? Ich fuhr jedenfalls erst einmal los. Ich war aber aus Barnard Castle noch nicht ganz heraus, als ich wieder austeigen musste. Wegen der Möglichkeit des Ventilproblems tauschte ich zunächst nur das Ventil aus und pumpte wieder auf. Das hielt aber nur 5 min. Also doch den Schlauch herausholen (Zum Glück kam der Mantel jetzt ohne Problem wieder runter!) Und tatsächlich war ein klitzekleines Loch in dem gestern neu aus der Verpackung geholten Schlauch- schnell geflickt und weiter geht’s. In diese Zwangspause kam von hinten das Quattrovelo von und mit Gert Beumer angefahren, der mir ebenfalls Hilfe anbot, die ich aber in diesem Moment abschlagen konnte. Gert hatte das 300km Brevet in Boekelo organisiert, an dem ich als letztes Training erfolgreich teilgenommen hatte, und mir und meinen Begleitern noch morgens um halb zwei in seiner Küche eine Suppe kredenzt.

So ausgeschlafen und frisch kamen mir die Wellen bis Ashton längst nicht so fürchterlich vor, wie auf der Hinfahrt befürchtet. Allerdings nahm ich die Gelegenheit wahr, mich in Ashton zu stärken. Sturmvogel blieb auf dem Marktplatz mit dem Kopfsteinpflaster an der Stelle stehen, bis zu der wir halt hoch kamen. Die 500 m zur Schule und zurück zu Fuß zu gehen machten den Kohl auch nicht mehr fett und waren für die Bein ganz angenehm. Das Steilstück in Ashton schob ich dann und ein weiteres kurzes Stück gleich hinter dem Ortsausgag ebenfalls.

Ja und dann kam Yad Moss erneut- und fuhr sich wieder ganz gut. Allerdings meldete sich wieder die linke Achillessehen. Kurz vor dem Gipfel wollte ich eine Verschnaufpause machen und sah von weitem den Camper von Drew, der an genau der richtigen Stelle Erfrischungen und zur Stärkung Flapjacks anbot- wunderbar. Ich fühlte mich n Paris-Brest-Paris vor zwei Jahren erinnert.

Die Abfahrt ging wieder gut, diesmal war kein Stau in Barnard Castle, wie auf der Hinfahrt, und das kurze steile Stück hinter der Brücke schaffte ich auch noch hinaufzutreten.

Hier machte ich als erstes einen Massagetermin aus. In dieser Stunde konnte ich bequem essen, dösen und die Trinkblase nachfüllen. Nach der Massage, die jetzt erste recht wunderbar war, tapte Mauro mir auch noch die Achillessehnen.

Ankunft in Barnard Castle war um 11:35 am Mittwoch, zehn Stunden hinter dem Zeitlimit und nur noch 400km vom Ziel entfernt. Ich hatte für diese Etappe also 5:10h gebraucht, von denen ich 4:26 fuhr, in dieser Richtung waren auf 83,5km 1054 Hm zu überwinden. Als ich als dem Eingang kam, stand das mir aus den Filmen von Matt Demon bekannte Tandem-Tricycle Rufus hinter Sturmvogel geparkt.

Gut erholt, enthusiastisch und ohne die Sehne weiter zu spüren fuhr ich um 13:38 wieder los. Es regnete, was mir nicht viel ausmachte und ichüberlegte ob es nicht vielleicht, ganz vielleicht noch reichen könnte mit der Zeit. Da war die halbe Stunde Zeitzuschlag wegen dem Umweg auf genau dieser Etappe und vielleicht bekäme ich die 1 ½ Stunden, die für Suche und Schnitzerei der Schuhe draufgegangen ja ebenfalls gutgeschrieben. Der Regen wurde etwas dünner und da tat es wieder einen lauten Knall. Der Reifen, den ich am Abend zuvor unter derartigen Mühen montiert hatte, platzte mitten in der Lauffläche etwas 5 cm lang auf. Und noch 30 km bis zur Kontrolle in Thirsk.

Ich besann mich auf die Stücke eines Mantels, die ich für derartige Notfälle im Gepäck hatte und legte ein entsprechendes Stück zwischen den neuen Schlauch und den Mantel und pumpte das ganze vorsichtig auf. Das hielt erst einmal also schlich ich weiter, dabei bildete sich eine zunehmende Unwucht. Zum Glück konnte ich in einer kleinen Autowerkstatt, an der ich bald vorbeikam einige Kabelbinder schnorren und die Stelle so von außen zusammenhalten. Nach 20 km versagte dann auch noch das Garmin seinen Dienst. Ich hatte es an die Powerbank gehängt, da der Akku zur Neige ging und an diesem extrem feuchten Tag brachte das das Gerät zum Absturz. Zunächst konnte ich einem Randonneur hinterherfahren, der nur wenig schneller unterwegs war, als ich mich traute zu fahren. Dann musste ich einem Krankenwagen mit Blaulicht ausweichen und der Gute war verschwunden. An der nächst Kreuzung stand ein Schild zu einem Café auf einem Campingplatz. Der Gedanke im Warmen zu sitzen, und über einem Tee zu versuchen das Garmin wiederzubeleben war verführerisch. Aber es war geschlossen. Nach dem Weg gefragt und endlich kamen auch wieder Randonneure vorbei. In Northhallerton, dem Ort vor Thirsk waren noch zwei Fahrradläden, die – natürlich – keinen passenden Reifen hatten. Kurz dahinter wurde meine Notkonstruktion platt. Nach einem Mal Nachpupen kam ich immerhin bis auf den Marktplatz von Thirsk, die letzten 1 ½ km schob ich dann.

 

Das Ende:

Die Schule war voller Randonneure in allen Stadien der Erschöpfung. Beim Mechanic gab es zwei kleine Kojaks und passende Schläuche! Ich hatte sich schon bezahlt und in der Hand als er sich noch einmal über die Radgrößer vergewisserte. 405? No, these are smaller, für einen Typ der Falträder.

In Pocklington, der nächsten Kontrolle wäre mein Drop-Bag und darin sollte noch ein Reifen sein. Jemand bracht mich auf die Idee mit dem Taxi den Beutel bringen zu lassen. Als ich das Team um Hilfe bat, dies zu organisieren, kamen sie von selbst auf eine gute Idee: Zwar ist es den Streckenpatrouillen nicht erlaubt, die gesamte Strecke bis zur nächsten Kontrolle abzufahren, aber man könnte sich ja mal in der Mitte treffen und dabei kann auch ein Drop-Bag übergeben werden. Neue Hoffnung keimt auf.

Erst einmal Essen und etwas ausruhen, dabei fange ich schon einmal an, anderen zu helfen, Tische abzuräumen … . Etwas später bereite ich dann alles für das Aufziehen des neuen Reifens vor, die Kabelbinder abzwicken, den Reifen und den Schlauch entfernen und entsorgen.

Und da ist tatsächlich mein pinker Beutel, darin zwei zusmamengerolllte Erlkönige mit dem Originalgummi. Den ersten geöffnet- falsch: 26“ fürs Hinterrad. Also der andere: wieder fasch: 26“ fürs Hinterrad.

 

Also komme ich hier dieses Mal im Milan nicht mehr weg.

 

Ich melde mich noch einmal beim Team, gebe meine Aufgabe bekannt und frage, wie ich ihnen helfen kann.

Clearing the tables bleibt mein Job, bis ich müde werde und ein Bett beziehe. Ausschlafen von 23.00 bis 5:00!

Nach der Dusche kann ich- der Beutel ist ja da- noch einmal frische Klamotten anziehen- das PBP-Trikot, dass ich bei der Ankunft in London tragen wollte… .

Nach dem kargen Frühstück, die Vorräte waren praktisch vollständig vertilgt, bekomme ich die passend traurige Aufgabe, die Banner und Hinweispfeile von den Zäunen und Metallgittern zu entfernen. Auf diese Art bekomme ich eins der LEL-Banner zum Mitnehmen, mal sehen, wo das zukünftig wohnen wird.

Der Schnellzug von Thirsk nach London King’s Cross nimmt an diesem Tag viele gestrandete Randonneure mit. Vier von uns werden im Auto zum Bahnhof gebracht, samt Gepäck eines fünften Mannes, dessen Carbonsattelstütze am Rahmen abgebrochen war. Die kurze Strecke zum Bahnhof konnte er ja bequem im Stehen fahren.

Ich begleitete auf der Reise nach Loughton Therèse (?), deren Mann noch unterwegs war. Sie hatte in Brampton als Volunteer gearbeitet- und war genau diejenige, die ich wegen der Sache mit den Schuhen als erstes angesprochen hatte. Mein französisch wurde langsam wieder, allerding fiel es meinem Hirn schwer, aus dem English-Modus ins Französische zu wechseln. Nach nur drei Stunden Bahnfart und zweimal Umsteigen in die U-Bahn waren wir in Debden und liefen noch 20 min bis zur Schule in Loughton.

Dort saßen schon etliche Randonneure um den Tisch und erzählten sich ihre Abenteuer, Namen fallen mir nur von Frank und Alex an, die beide ebenfalls abgebrochen hatten. Gerne hätte ich noch eine Weile bei Ihnen gesessen und auch ein Bierchen getrunken, aber ich musste mit dem Auto ja wieder nach Thirsk.

 

Rückreise:

Bis 18:00 Uhr war ich mit einem Zwischenstop wieder in Loughton. Mark aus dem dortigen Radsportclub hatte für etwaige Fälle seine Garage zur Verfügung gestellt. Neben meinem Sturmvogel wartete noch ein weißes Zox auf seinen Fahrer, das auch fußkrank wurde und dieselbe Reifengröße benötigt hätte, wie ich.

Wenn man schon einmal so weit im Norden ist, ist die Fähre von Hull nach Rotterdam nach Hull eine verführerische Option. Während ich auf der Autobahn war, hatte meine Frau mit mir am Telefon das durchgeplant. Da wir beide Uhren vor Augen hatten, auf denen die deutsche Zeit angezeigt wurde, schien es aber zu knapp für die Abendfähre dort zu werden. Außerdem gab es Berichte über Staus. Man konnte auch nicht nur vorreservieren und bei Nichterscheinen wären die 450 Pfund futsch.

Als ich mit Mark die Sammlung seiner Rennräder bewundert und einen Kaffee getrunken hatte, war Sturmvogel schnell im Auto verstaut und noch reichlich Zeit für die Fähre in Hull. Dort angekommen gab es aber keinen Platz mehr für meinen Bus.

Dann also Fähre in Dover (110 Pfund). Nur erst einmal hinkommen.

Autofahren im Randonneursmodus auf nostalgischen Routen: ich fuhr über die Humber Bridge, hielt in Lincolnshire an einem Burger-Restaurant, an das ich mich von der Hinfahrt erinnerte und fuhr dann weiter in die Nacht. Die Autobahn sollte vor dem Erreichen der M25 nachts wegen Bauarbeiten gesperrt werden, also versuchte ich weiträumig auszuweichen, doch das Navi führte mich immer wieder auf die gesperrte Piste zurück. Ich weiß nicht wie oft ich zwischen Stansted und Gt. Dunmow hin und her gefahren bin. Zudem führten die Doppelkreisverkehre an den Auffahrten auch im Auto zur Verwirrung meiner Orientierungsfähigkeit.

Schließlich machte ich das Navi ganz aus und fuhr nach Karte in Richtung Südosten, wobei mir die Gelegentliche Verwechslung von Colchester und Chelmsford auf den Verkehrsschildern weitere Schleifen eintrug. Und auf einmal waren da wieder Randonneure unterwegs, abgekämpfte Schatten ihrer selbst, stoisch im Wiegeschritt über die Hügel kämpfend. Ich selbst war schon vor über 24 Stunden ausgestiegen und konnte sie nur langsam und vorsichtig überholen. Immerhin schallten die Beatles mit „A little help from my friends“ aus dem heruntergelassenen Fenster. Selbst die Einfahrt zur Kontrolle in Gt Euston habe ich passiert. Der frische Wind muss den Leuten den ganzen Tag über schrecklich zugesetzt haben. Irgendwo habe ich noch einmal Pause gemacht und war dann endlich um kurz vor fünf in Dover am Fährhafen. Die Fähren hatten wegen des Windes und Seegangs ebenfalls Verspätungen.

Ich wurde noch zur Zollkontrolle rausgewinkt. Bitte die Heckklappe öffnen und da grinste sie der Sturmvogel an.

What‘s that???

A pushbike.

A pushbike ???

Ein paar Erklärungen und Händedrücke später durfte ich dann zum Schiff.

Das erste Frühstück hatte ich auf der Fähre, kurz vor den Niederlanden trank ich noch einmal einen Kaffee an der Autobahn und war am frühen Freitagnachmittag wieder zu Hause.

 

Fazit:

LEL ist eigentlich eine ganze Serie von Brevets.

Es ist mit dem Velomobil –für mich- prinzipiell machbar.

Schnelle Rennreifen sind für schnelle Rennstrecken. Auf schlechten, langsamen Straßen haben sie keine Vorteile aber eine enorm verkürzte Lebensdauer.

Wenn man besonders oft Pannen oder Probleme hat trifft man besonders oft besonders nette Menschen.

Der Weg ist und bleibt das Ziel – das Abenteuer beginnt gleich um die Ecke.

Man soll seine Schuhe nicht aus der Hand geben.

 

Nach zwei Tagen zu Hause: keine wirklichen körperlichen Probleme. Die Sehnen haben sich abgeregt, das Bindegewebe und Knie- und Sprunggelenke war nach der  Autofahrt schmerzlos geschwollen, das hat sich bis heute fast vollständig gegeben. Schon am Donnerstag konnte ich auf der Bahnfahrt alle Treppen in normalem Tempo hinauf- und heruntergehen; das war vor zwei Jahre bei PBP deutlich anders.

 

NACA-Duct und Wartungsklappe sind großartig!

 

Der Trinitas-Scheinwerfer schafft praktisch im gesamten Blickfeld eine gleichmäßige Helligkeit. Zumindest bei der derzeitigen Einstellung ist mir aber die Straße unmittelbar vor mir zu flau beleuchtet. In Kombination mit dem normalen Scheinwerfer aber eine wirklich gute Kombination. Der Taster für die Fernlichtfunktion liegt genau richtig.

 

Die neuen Vorderräder: Die Bremsen haben durch die Kühltürme enorm an Standfestigkeit gewonnen, das war nie ein Problem (Systemgewicht ca. 135 kg, 70mm Trommeln).
Die Felgen für tubeless sind jedoch eher nicht meins. Die schwierigere Montage macht doch gelegentlich zusätzliche Probleme, auf die man als Randonneur gut verzichten kann.

 

LEL für mich: Eine großartige Erfahrung

 

Ein ganz, ganz GROSSES DANKESCHÖN an die Organisatoren und Volunteers, ohne die dieses Abenteuer in dieser Form nicht denkbar wäre!

 

Flèche Allemagne 

dievelonauten

Der Fleche Allemagne 2017 zur Wartburg in Eisenach startete in diesem Jahr bei uns in Lotte. Mit von der Partie waren Heiner, der auch im letzten Jahr schon die Sternfahrt nach Belgien mit uns gemacht hatte, Norbert, den wir von anderen Brevets kennen und Holger, den wirbei den Sternfahrten zur Mitte Niedersachsen kennen gelernt haben.

Die Aufgabe des Fleche Allemagne bestand darin, dass mindestens 370 km in 24 Std.auf dem Radzur Wartburg anzureisen waren, wobei mehrere Kontrollstellen absolviert wurden. Ca 200 Teilnehmer in70 Teams aus allen Teilen Deutschlands starteten am Samstagmorgen. Da wir mit den Velomobilen an den Start gingen, absolvierten wir die Hin- als auch die Rückfahrt auf eigene Achse, also waren es am Ende 720km.

Zum Glück waren die Wetterverhältnisse optimal, nur Nachts wurde es bei Temperaturen um des Gefrierpunktes ungemütlich kalt und ausgerechnet um diese Zeit hatte Heiner einen Kettenabwurf, der aber glücklicherweise ziemlich zügig behoben werden…

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Der Härtetest: BRM 600 Weserbergland

Di Generalprobe für LEL sollte das 600 km Brevet im Weserbergland sein.

Vorgeschichte:
Im April fragte ich beim Räderwerk an, dass ich Sturmvogel vor LEL gründlich durchsehen lassen wollte. Außerdem waren noch ein paar Sachen an- und umzubauen. „Schön, dass Du dich so früh meldest“- Aber dann wurden mehrere Mitarbeiter krank und Jens und Helge hatten wenig Zeit .
Immerhin, der NACA-Duct, die Wartungsklappe und der Unfallschaden wurden von Jens gemacht und Helge hatte die Schaltung wieder so eingestellt, dass auf dem kleinen Kettenblatt 3 (DREI!!!) Gänge fahrbar sind.
Die große Inspektion fiel aber schon hinte runter, wie ich schon bei der Probefahrt bemerkte, al die Bremsen noch genau so schlapp eingestellt waren, wie ich sie übergeben hatte. Und mein geiles neue Fernlicht musste ich auch im Karton wieder mitnehemen.

Vor dem Start:
Der sollte um 21:00h erfolgen, den Nachmittag verbrachte ich in Hessich Oldendorf in einem netten Café und dann bei Uwe Krohne im Garten, wo ich den Reserveichtakku noch einmal ein Stündchen an die Steckdose legen konnte. Uwe plauderte gerne und erbaulich aus seinem langen und intensiven Randonneursleben- und warum es optimal sei seine (in der Szene ja berüchtigten) mit Steigungen gespickten Brevetes zu fahren- dann kann Dir bei Paris-Brest-Paris nichts mehr passieren. Wenige als 1000hm auf 10km sei ja eigentlich gar kein richtiges Brevet.
So nach und nach trudelten auch die Mitfahrer ein. Insgesamt waren wir 14 Starter in Großenwieden, zeitgleich starteten auch Fahrer in Gießen und Leinefelde.
In dem Gewusel blieb dann der Werkzeugbeutel- mit dem Reserveakku, aber auch fast allem anderen in Großenwieden liegen. 😦
Immerhin hatte ich die Stirnlampe schon herausgenommen, also dabei.
Und bei dem privaten Stress der letzten Wochen blieb unter anderem bei der Suche von Dingen in der jeweils anderen Wohnung auch mein Garmin in Bonn liegen. Alsokonnte ich ausprobieren, ob die neue Kombination aus Handynavigation mit Brouter und OSMand mit der großen Powerbank funktioniert und durchhält.
Und der linke Vorderreifen, der immer noch tubeless ist, verliert immer noh Luft. Also auch die schwere, große Standluftpumpe eingeladen.

Also einige Hypotheken im Gepäck…

Start um 21:00, bis Rinteln schön flach, also einmal kurz an allen RRlern vorbeigekommen.
Dann ging es zu den ersten beiden Kontrolle schon einmal 300m bergauf und bis zur Kontrolle in Korbach nach ca 150 km auch überwiegend in dieser Richtung weiter. Langsam wurde es dunkel, dann sternenklare Nacht ohne Mondlicht. Nach einem  erfahrer (steil bergab, grrr) fiel dann die Kette voren ab, also auspacken, Finger schwärzen uns beim Suchen nach den Öltüchern musste ich feststellen, dass alles Werkzeug am Start geblieben war. Also hoffen, dass alles heile bleibt.
Von da zur nächsten Kontrolle in Gießen (Ankunft 9:00 Uhr) war die Tendenz wieder bergab, mit einigen Zwischenanstiegen. Wunderschön war erst die sternenklare Nacht und dann der heraufziehende Morgen eines schönen sonnigen Tages.

Nah der Kontrollstelle in der Hohschule durfte ich dann meinen Jüngsten aus den Federn klingeln. Dusche, Klamotten durchwaschen, Frühstück mit Ommelette, Tee und Kaffee.
Und dann weiter an vielen Burgen, Ruinen und Hügeln vorbei. Nicht ohne bei einem Fahrradladen wenigstens noch ein Paar Reifenheber mitzunehmen um im -fale eines Falles die Reserveschläuche auch montieren zu können.

Nächste Kontrolle am Autohof Malsfeld. Dort wollte ich etwas essen und trinken und setzte mich ins Rastaurant- dort hatte man die  gelben Brevetkarten noch „nie gesehen“- ebenso, wie ein Velomobil. Dieses war mit einer gelben Farbe besonders für Hunderte kleiner Prachtkäfer attraktiv, denen es dann auch egal war, ob sie ein -Stückchen daneben auf den Fahrer plumpsten, wenn der wieder einmal mit aufgeklapptem Lukendeckel die Steigungen hinaufkauchte. Und sie dann immer wieder mit seinem Schweiß zu einer klebrigen Masse vermengte.

Bis Leinefelde ginge es immer wieder steil und lang bergan, anstrengend aber machbar. Da ich die Karte von Thüringen noch nicht aufs Handy geladen hatte, navigierte ich nun doch nach Uwe Krohnes Streckenbeschreibung – und bin immer no überrascht,wie einfach undentspnnend das Navigieren auf diese Art und Weise ist!
Bis- kurz vor der als gefährlich, besonders nachts, angekündigten Steilen Abfahrt nach Bad Sooden- Allendorf die Kette wieder herunterfiel, diesmal aber hinten zwischen Ritzel, Radkasten und Nabe eingeklemmt.
Just da holte mich ein Gruppe Randonneure wieder ein. Einer lieh mir sein Multitool und damit konnte ich die (neue !!!) Wartungsklappe abmontieren, das Hinterrad ausbauen und alles soweit wieder zusammenpuzzeln. Hat aber auch ein Stündchen gekostet. Vorsichtig weiter, schalten geht wieder , erster Gang ist der, der die meist Zeit benutzt und immer immer wieder eingelegt wird.

Nach der Abfahrt kamen wieder Ansstiege und in Heiligenstadt nach gut 400km und 24 h eine verlockende Tankstelle für ein Eis und einen doppelten Espresso.
Nur 15 km später, aber schon im Dunkeln die Kontrollstelle in Leinefelde, wieder in einer Tankstelle. Dort traf ich einen Randonneuer, der mit vier anderen in Gießen gestartet, und die Runde somit andersrum fhr. Er sagte etwas von „noch zwei Pässe“- meine Biene hatten dazu keine echte Meinung. Und dan fielen mit immer wieder die Augen fast zu. Sodass ich gegen 23:00h, als ich am Hotel in der Teistungenburg vorbeikam, kurzerhand ein Bett und ein Bier buchte und am nächsten Morgen um 5:00h weiterfahren wollte. Naja um 5:15 bekam der Nachtportier mich wach und um halb sechs war es schon wieder hell.
Und nach etwas warm fahren lief es auch richtug gut. Bergab- klar das macht ast immer Spaß, aber auch bergauf lief es wieder ziemlich gut!

Der Zeitplan bis 13:00h ließ keine großen Verzögerunegn mehr zu, aber ich war nochh optimitisch.

Dann war ich fast in Osterode (da hatten die Velonauten beim Flèche schon pausiert- da fiel mir die Kette wider hinten ab. Eine alte Dame fragte, ob sie mir helfen konnte und ich durfte mir einen Schraubenzieher aaus der Werksattt holen, wenn ich noch etwas bräuchte, sollte ich ihre- benfalls schon weißhaarige Tochter fragen.
So ging die Reparatur relativ schnell vonstatten, die kettenschwarzen Hände wurden mit Persil und Spüli wieder sichtbar gemacht und einen Tee mit wirklich netter Unterhaltung bekam ich auch noch….

Jetzt aber los!  Ostrode war sehr schnell erreicht und am Anstig zum Haus Harderode fiel mir die Kette noch einmal ab. So war ich schließlich zielcih erschöüft wieder in großenwieden und war heilfroh, bei Uwe die Brevetkarte noch abgeben zu können.

Fazit:
Fast 7.000 Höhenmeter auf 600km- kann ih derzeit auch mit dem Velomobil.

Bei den Abfahrten haben sich die neuen Vorderräder mit den Kühltürmen auf den Bremstrommeln wirklich gelohnt!!!
Eine Inspektion oder Wartung VOR dem Brevet bleibt, wie zu erwarten war, ein  Muss.
Navigation mit dem Handy kann gehen! Das Routing geht auf diese Art und Weise ähnlich, wie im Auto- aber viel schneller, als in meinem Benz!

Navigation nach gut ausgearbeiteten Routenplänen kann aber um vieles entspannter sein, als mit allen Elektronika.

Wenn der Vogel fit ist, kann LEL gut klappen, aber Zeitdisziplin bei den Kontrollen ist wichtig. Wenn die Pausen dort immer wieder (wie jetzt) 30 min länger dauern, als vorher geplant, schmilzt das ZEitpolste brutal schnell zusammen.

Tolle Strcke, großartiges Brevet, das härteste, was ich bisher gefahren bin!

Dickes Dankeschön an alle Organisatoren, von mir besondera an Uwe Krohne!

BRM 300 Berg. Land -revisited

Gestern hatte ich wieder einen  freien Feitag- heute einen Termin in Bonn, also Tag für eine Farradtour.

Eins der Hauptprobleme am Leben mit Zweitwohnsitz ist für mich, dass die Dinge , die man spontan braucht, „immer“ in der anderen Wohnung sind. Das gilt insbesondere für Sport- und Fahrradutensilien.
Als mir die Idee kam, die Westerwaldrunde -mit der Liege statt dem Velomobil- noch einmal in Angriff zu nehmen, war schönster Sommer- so wie heute fast wieder. Da macht einem das Fehlen von Reserveklamotten, Trinkrucksack, Regenjacke … nicht so viel aus.
Die Wettervorhersage war dagegen grottig.

Das Wetter hielt sich ausnahmsweise an die Vorhersage …

Also mit der Bahn nach Andernach und dort wieder auf den Track einsteigen.

Die Telefonkonferenz am Morgen dauerte viel länger als erwartet- wurde der Himmel währenddessen etwas heller?

Auf dem Weg zum Bahnhof Mehlem- Regen
Bei Ankunft in Andernach, eine Stunde später als erhofft- Regen.
Bis zur großen Pause in Neustadt/ Wied konnte ich meiner Liebesten texten, es habe nur einmal geregnet- durchgängig.

Also: LEL- Vorbereitungs- Brevet der besonderen Art, homebrew:
Wie viel schlechtes Wetter kann ich vertragen. Und dann noch auf der offenen Liege?
Oben lang (Winter Softshell) unten kurz (Wnderhose) ganz unten Shimano Sandalen mit handgestrickten Wollsocken- da der Regen nicht wirklich kalt war ging das erstaunlich gut.
Also nach Neuwied, dann Richtung Isenburg und dann rauf nach Stromberg- geht doch. Und ich wusste ja auch, welche Fotos ich beim letzten Mal NICHT gemacht hatte.

Leichter, als beim letzten Mal- kein Wunder, der Milan wiegt das doppelte und die erste Hälfte hatte ich mir heute ja nicht gegeben.
Strva sagt, dass ich bei allen Klettersegmenten gestern deutlich schneller war, auf den flachen Segmenten bin ich mit dem Milan natürlich viel schneller geflogen.
In Stromberg hätte ich den großen Carport am Ortseingang DOCH für meine Pause nehmen sollen- so wurde es das Bushäuschen in Nauort. Regen- und Windgeschützt, kalte Pellkrtoffen an Fleischwurst (was so noch im Kühlschrank war) und wenig Apfelsaft. Dafür brauchte ich in Ransbach-Baumbach keinen Abstecher zum Chinesen. Den Schlenker durch Montabaur fand ich viel besser. An der Kreuzung war der nasse asphalt so glatt, dass mir der Haltefuß wegrutschte- Und als die Fuhre auf der Seite lag lief eine große Pfütze aus dem Sitz- Badewanne. da kommen bald ein paar Löcher rein.

Danach hatte ich en paar déja-vues und erkannte einige Ecken wieder. Auch das Gefühl, dass die Wester(wald)wellen nervig sein können, stellte sich- milder als beim letzten Mal- wieder ein.
In Freilingen, am Feuerwehrhaus nach dem Steilstück aus dem Ort heraus hatte ich das Gefühl, gleich in Roßbach und somit an dem Stück zu sein, wo im April meine Tour zu Ende war, aber da kamen ja nocht etlich Abschnitte, die ich nicht mehr im Gedächtnis hatte:  am Dreifelder Weiher entlang, nach Hachenburg rauf, durch die ätzende Baustelle (der Schotter auf der Liege noch blöder, als im Milan). Frustrierend, wen man dort nach dem ganze Geacker wieder auf Straßen einbiegt, die in wenigen km nach Neuwied führen …

Ja und dann kam Roßbach, den Aufstieg hatte ich ja noch selbst getreten, die Abfahrt dann im lecker warmen Polizeiaute hinter mich gebracht- und an viele der nachfolgenden Abschnitte erinnerte ich mich auch- hier war der Taxifahrer mit mir langgeheizt.

Das idyllische Wiedtal war für mich eine echte Entdeckung, da muss ich noch enmal hin, gern auch mit meiner Liebsten und dem Tandem und viel Zeit.

In Neustadt /Wied wollte ich eine größere Pause machen. Das Streckenprofil zeigte dahinter noch einen großen Anstieg, das Garmin lief schon auf Reserve und ich hatte Hunger.
Ursprünglich war die Idee, Kaffee und Kuchen, aber es war fast 19:00 Uhr geworden, also richtig essen.
Das Restaurant am Sportplatz hatte draußen eine Schirm für Rad und drinnen Platz und zwei Kaminfeuer (auf den Fernsehschirmen). Die Gnocchi ware sehr mächtig, wollten schon nicht richtig runter und saßen mir dann beim Anstieg nach Vettelschoß quer im Magen- wieder was gelernt. Oben ankegkommen verabschidete sich das Garmin dann ganz und so fuhr ich den Schilder nach Neuwied (grrr) und besonders zur Autofähre nach Linz hinterher.

Übrigens. Nach dem Essen regnete es nicht mehr, Wolken und Dunst machten über dem Rheintale ien tolle Stimmung

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Langsam wurd es auch dunkel, ein besonderer Reiz bei der Steilabfahrt nach Linz hinunter. Beim Warten auf die Autofähre fielen noch einmal ein paar Tropfen.

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Den Weg von Remagen kenn ich ja (zum Glück, die Kurven auch am Rheinufer sieht man sonst im Dunkeln oft nicht wirklich gut.

Noch ein romantische Blick auf  Drachenburg und Drachenfels und die Badewanne hatte mich.

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Fazit:

Das Ding hatte ich – immernoch / schon wieder – unterschätzt

Die Antwort auf Rainer Paffraths Frage am Start: Bei dieen Profilen bin ich definiiv einer von den Langsamen

Die Liege braucht neben den Drainagen in Sitz auch vor lngen Brevets auch eine Kopfstütze.

Ein Regentag auf de Rad? Na und irgendwann scheint auch wider die Sonne. Irgendwann etwas trockenes Anziehen rettet den Abend.

Flèche allemagne 2017: die Velonauten on Tour

Am Wochenende vor dem 1. Mai lud ARA zum Flèche Allemagne und viele viele Randonneure hatten sich angemeldet!

Thomas Ritter hatte sich darum gekümmert, dass dieVelonauten eine gut ausgearbeitete Route unter die Räder nehmen konnten und Marita stellte ihr Yoga-Studio zur Übernachtung zur Verfügung damit wir Samstag früh um 8:00 in Lotte aufbrechen konnten.
Da ich aber den Freitag abend noch mit meiner  Liebsten verbringen wollte, mussten Sturmvogel und ich schon um kurz vor 6:00 Uhr im Auto sitzen und kamen dafür pünktlich kurz vor dem Frühstück an.

Ritters Velomobile hatten in der Garage kuschelige Gesellschaft vom Mango+ von Holger Wessels und von schicken Milan SL von Norbert Ploeger erhalten und freuten sich, als Sturmvogel dazustieß und sie aus dem Stall gelassen wurden.

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Holger hatte vier Walkie-Talkies mitgebracht, die sich unterwegs als Kommunikationsmittel sehr bewährt haben. Ich musste mich allerding erst daran gewöhnen und dann auch noch kapieren, dass diese Geräte sich bei Nichtbenutzung  ausstellen und erste wieder eingeschalte werden müssen, bevor die anderen mich auch tatsächlich hören können.

Ich war besonders gespannt, wie es sich mit einem weiteren Milan in der Gruppe anlassen würde. Eine Antwort darauf fanden wir schnell heraus. Als wir nach 40 km kleiner Straßen und Feldwege die Norbert mit seinem ungefederten Hinerrad bremsten und durchrüttelten, hinter Bohmte auf die von Thomas sog. Velomobilautobahn kamen sauste er davon ud versuchte dran zu bleiben.
Natürlich total unvernünftig, am Anfang einer langen Tour so loszuballern, aber es machte so einen Spaß im Duo die 38km in 46 Minuten fast immer >50 zu fliegen- und dann beim Bäcker in Petershagen 20 min Zeit zu haben wieder runterzukommen, bevor die anderen drei auch ankamen. Und es ist noch einmal gut gegangen- wir sind auch auf der zweiten Hälfte der Strecke alle Steigungen gut hochgekommen.

Die nächste Kontrolle war in Barsinghausen bei Verwandten von Thomas, wo wir mit einem üppigen späten Frühstück empfangen wurden. Insgesamt waren wir deutlich schneller, als Thomas vorgeplant hatte, nahmen den Vorsprung aber gerne mit auf die weitere Reise. Irgendwie fühlte es sich für mich immer noch nach Morgens an, auch wenn die Uhr inzwischen die Nachmittagsstunden heunterzählte…

In Alfeld hatte die Pfeffermühle, die uns neben dem Kontrollstempel auch ein warmes Essen geben sollte noch über eine halbe Stunde geschlossen, also suchten wir uns etwas anderes und blieben schließlich in der Eisdiele hängen, denn auch Ristorante Rimini war noch nicht geöffnet.

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Langsam wurde es hügeliger. Bei einer Pinkel- und Einkaufspause in Kalefeld trafen wir noch dieses Pärchen, dass ein Pinotandem ausprobierte. Ich hatte sie vorausfahrend kurz zuvor schon einmal überholt, aber da bogen sie bald ab, sodass die anderen Velonauten sie noch nicht kannten.

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In Osterode am Harz war dann aber endlich doch ein warmes Essen fällig. Nebeneinander war ein Italiener und ein Grieche. Zuerst fielen wir bei dem Italiener ein, nahmen alle sichtbaren Steckdosen mit unseren Ladegeräten in Beschlag und stellten dann fest, dass dieses Etablissenment mehr take-away und Pizzaversand als Restaurant ist und nicht einmal eine Kundentoilette hatte.
Also Umzug zum Griechen nebenan, die Velomobile konnten stehen bleiben (und sorgten da im Ort für eineiges Aufsehen). Lecker und gut. Und Mehrfachsteckdosen für all unseren Elektroladekram!

Danach war es dunkel geworden. An einer Strecke fuhr ich vor und bog von der Bundesstraße ab, weil diese zur KFZ-Staße wurde. Norbert, dessen Garmin nicht geladen hatte und inzwischen ausgegangen war blieb an mir dran. Die anderen nahmen an dem Kreiverkehr dann doch die falsche Ausfaht und bretterten auf der Hauptstraße entlang. Norbert wartete an eine Ecke, währen dich schon auf einem Wirtschaftsweg 150m hinabgerollt war. Zuerst hatten wir mit den Funkgeräten noch Kontakt. Dann kan die Polizei und beäugte Norberts und meinen Milan, während die Verkehrssünder unbehelltigt davonzogen. Das „Wir warten dann auf Euch“ des letzten Funkspruchs nahmen Norbert und ich uns dann zu Herzen, als wir die Bundesstraße  nach dem gesperrten Abschnitt ider erreicht hatten. Wer nicht kam, waren die Nichtmilane.  Also konnten norbert und ich wieder alles aus den Kisten herausholen und richtig- irgendwann kamen die anderen vor uns in Sicht- und hatten keinerlei schlechte Gewissen;-).
Nahc einer Pinkelpause, die ich einfordern musste, waren sie schon wieder davon…

So langsam wurden wir auch müde und leichter gereizt. Zudem wude die klare NAcht richtig kühl.
Plötzlich hielt Thomas an, weil er ein seltsames Geräusch an seinem Quest vernhm. DasHinterrad war nicht locker, Kette, Umlenkrollen und Schaltung auch in Ordnung- eine Radabdeckung hatte sich gelockert. Bei dem recht abrupten Stop fiel mir die Kette runter, Thomas  richtete sie wieder- vieln Dank dafür!
Bis ich alles wieder eingepackt hatte waren Norbert uud ich wieder die letzten, an einem Radweg mit einer steilen, kurzen Rampe mit je 18% rauf und runter holten wir die anderen dann- erst einmal- wieder ein. Auf der nächsten, ansteigenden Straße file Norbert dann die Kette voren runter, er war aber schneller und geschickter, als ich zuvor, sodass wir wieder die Verfolgung aufnehmen konnten. Irgendwie fielen wir somit immer wieder in zwei Gruppen auseinander.

Kurz vor der Morgendämmerung begegneten wir einem total durchgefrorenen und SEHR abgekämpften Randonneur aus Braunschweig, allein mit dem Rennrad. Sein Team war teils gar nicht erst gestartet, teils hatten die Kameraden abgebrochenund sich abholen lassen. So, wie er aussah, wäre das auch für ihn eine gute Idee gewesen, aber der Durchaltewille war- zu diesem Zeitpunkt  anscheinend- das stärkste an ihm. Ob er es noch nach Eisenach geschafft hat?

Irgendwann- Norbert und ich waren schon wieder allein- graute der Morgen.
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Wenig später mit unseren schönen Vögeln
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Als wir die anderen fast wieder einmal eingeholt haben kamen wir auf einen wirklich schrecklichen, für VMs unbefahrbaren Feldweg. Und als wir diese Schiebstück ENDLICH hinter uns hatten, gabe es einen Platten.
Nein nicht beim Pannenkönig, sondern bei Norbert. Aber ich hatte aus meinem Malheur vor einer Woche gelernt, dass man den schlauchlosen Reifen nur weil die Luft hörbar herauspfeift nicht gleich demontieren soll. Sondern erst einmal Pannenmilch einfüllen und aufpumpen sollte. Und es klappte sogar!

Und wie der aufmerksame Betrachter sieht, sind aus dieser Einmündung schon ein paar Velomobile auf die Straße abgebogen.

In dem abschüssigen Gelände machten wir mit den Milanen die verlorenen Zeit wieder gut, sodass wir in dem Strom von Fahrrädern auf der Auffahrt zur Wartburg auch unsere Mitvelonauten wieder einholten und somit das ganze Team praktisch gleichzeitig  am Ziel war.

Fortsetzung folgt.

Pleiten, Pech und Pannen

Mein erneuter Versuch einen 300er zu finishen.

In diesem Jahr habe ich einen Startplatz für LEL erhalten und beschäftige mich viel mit der Vorbereitung. außerdem wurmt mich, dass ich 2016 kein 300e Brevet abgeschlossen habe, weil mir immer wieder etwas dazwischen gekommen ist. Marita und Thomas Ritter aka dieVelonauten haben den Titel Randonneur 5000 längst in ihrem Trophäensaal.

Also nahm ich mir vor, in diesem Jahr wieder eine komplette Brevet Serie zu fahren. Dabei ist es gar nicht so leicht, die Termine in den Kaleder zwischen berufliche und familiäre Termine zu bekommen.

Der 200er in Münster lief ja- bis auf die scheinbar unvermeidlichen Reifepannen.
Der 200er im Emsland, von meinem Verein RSC Lohne ausgerichtet, war in diesem Jahr eine familieninterne Sache, die hier nicht weiter ausgeführt werden braucht.

Gestern war nun der 300er im Bergischen Land, mit Start in Troisdorf und vielen Höhenmetern in Eifel und Westerwald. Hajo hatte seinen sehr schönen Bericht im Velomobilforum schon gepostet, als ich noch meinte, die erfolgreiche Ankunft sei mir sicher. Er ist der schnellste und sicher einer der erfahrensten und besonnesten Brevetfahrer, den ich kenne.

Aber der Reihe nach: Berichte von diesem Brevet hatte ich schon gelesen und wusste, worauf ich mich gefasst machen musste. Bei der Wettervorhersage war dies als zweites Brevet mit der offenen Liege überhaupt aber keine Option. Es galt einiges auszuprobieren:
– der mir noch unbeannte Startort (mit Umwegen gefunden, dafür habe ich mich später praktisch nicht mehr verfahren).
– die neuen Laufräder mit „Kühltürmen“ an den Bremstrommeln und den hoffentlich pannensicheren UND schnellen schlauchlosen Schwalbe proOne. Dazu erstmals einen Kojak hinten.
– meine aktuelle Kondition und Gelassenheit beim Bergauffahren- wenn ich mein Schwergewicht dieSteigungen hochwuchte.

Wenige 100 Meter vor dem Startort und (noch so eben) in der Zeit, um vor dem Gruppenfoto auch noch meine Brevetkarte abholen zu können, wurde ich von einem Auto gerammt, dass langsam rückwärts aus seiner Einfahrt kommt, großes gelbes U- Boot? helle Lichtkanone? laut brüllender Fahrer? alles egal.

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Nach dem Unfall

Da die Fahrerin zum Glück sehr langsam rangierte, ist mir nicht passiert, aber Sturmvogel hat Dellen, Kratzer und Anbrüche in der Karosserie abbekommen, schien aber noch fahrtüchtig zu sein.

Die Fahrerin war total geschockt, die musste ich ert einmal aufbauen und in den Arm nehmen. Bei der eindeutigen Situation die ich auch mit Beildern dokumentierte einigten wir uns erst einmal auf: keine Polizei.

Schon auf der Anfahrt von Bad Godesberg nach Troisdorf ab kurz nach 6:00Uhr (brrr) zum Start, bei leichtem Regen und feuchter Fahrbahn, kam ich in einem Kreisverkehr ins Rutschen, obwohl ich bei dem normalen Tempo derartiges von meine sonst benutzten Reifen nicht erwartet hätte. Das konnte ich rechtzeitig abfangen und merkte es mir…

Dann hatte ich das Waldstadion endlich gefunden und die Randonneure stande schon alle versammelt und scharrte mit den Hufen. Die Details zu Baustellen hörte ich wohl- allein als Ersttäter hatte ich bei den meisten Ortsnamen keine Vorstellung davon, wo und wann ich da vorbeikommen sollte.

Als die meisten schon auf und davon zogen ging ich mit Rainer Paffrath und Harald Hammer noch einmal ins Sportlerheim und holte meine Brevetkarte ab.  Rainer fragte mich noch, ob ich einer von den schnellen oder den langsamen sei. Wenn keine Pannen dazwischenkommen eher von den schnellen, war meine – otimistische Antwort. Die Anstiege kannte ich ja noch nicht.

So gegen 7:15 saß auch ich dann in meinem Vogel und hatte einen Nachzügler, vor mir, der mir das Navigieren aus Troisdorf raus etwas einfacher machte. An der Rheinbrücke war ich dann alleine und versuchte erstmals diese zu queren- mit Wende in vier Zügen in der schmalen Spitzkehre auf der Ostseite.

Dann lief es erst einmal gemächlich bergauf, nach 25km in Üllekoven ein erster steiler Anstieg, und da war ich schon nicht mehr allein. An der Tankstelle in Weilerswist hatten manche schon eine echte Krise, weil ihr Garmin nur diese erste Etappe geladen hatte und sie jetzt auf ihren Mitfahrer angewiesen waren. Es dauerte bis in dieser Gruppe die Stimmung wieder besser wurde.

Die nächste Kontrolle war in Effelsberg bei dem riesigen Radioteleskop,20170422_110309 da hatten wir den höchsten Punkt der Tour schon hinter uns, an der Steinbachtalsperre vorbei ging es lange und zum Teil recht steil bergauf. Hier überholten mich (natürlich 😉 etliche RR-ler wieder.

Beim Aussteigen in Effelsberg hatte ich schon den Eindruck, rechts vorne sei wenig Druck und vor der Weiterfahrt war klar, da war ein deutlicher Druckverlust.
Hmmm: tubeles heißt, es gibt keinen Schlauch den man wechseln oder flicken könnte. Theoretisch soll ja die Pannenmilch den Reifen immer wieder abdichten, man muss nur nachpumpen- na dann los!
Bei den folgenden Abfahrten hatte ich also zwei Gründe, vorsichtig und zurückhaltend zu fahren- die Reifenhaftung bei Feuchtigkeit und den immer wieder absinkenden Lufdruck mit Untersteuern in Rechtskurven. Also gewöhnte ich mir an, immer mal nachzupumpen, besonders bevor ich mich nach einem Anstieg wieder in die Abfahrt stürzen konnte. Trotz dieser Zurückhaltung sagt mein Garmin, hätte ich irgendwo kurzfristig 104 km/h auf dem Tacho gehabt (mein neuer Rekord ;-). Der kleine Bordtacho registrierte immerhin noch 96.

Kurz vor dem Laacher See wurde es fast hell. Hier machte ich ein ordentliches Picknick und diese schönen Bilder:

Nach der erneuten Rheinüberquerung in Neuwied war mal wieder Aufpumpen angesagt.
Nanu, während des Pumpen hielt sich der Druck mal gerade bei 4 bar- zu wenig zm Weiterfahren, also Plan B: Schluss mit tubeless und einen Schlauch einziehen.
Mindestens eine halbe Stunde habe ich gebraucht um den Mantel aus der Felge zu bekommen, welch für die Luftdictigkeit eine spezielle Nut hat, in die der Reifenwust gepresst wird- aber holla!
Ein Anwohner bot mir seine Hilfe an, ich könnte ruhig auch klingeln kommen, er sei noch eine Weile zu Hause- der erste einer ganzen Reihe außergewöhnlich freundlicher und hilfsbereiter Menschen, die mir an diesem Tag begegnet sind.

Schließlich lief es wieder und bis Isenburg stieg es so sacht an, dass ich richtig flott unterwegs war. An der Ampel unterhalb der Burgruine stand schon ein Randonneur auf dem Rennrad und murmelte etwas von „jetzt geht es gleich richtig hoch“- nach Stromberg. Und wie recht hatte er. Nun, ich kurbelte mich mit offenem Lukendeckel auf dem kleinen Kettenblatt hinauf und überholte einen weiteren RRler, der in der Serpentine eine Trink- und Verschnaufpause macht und dann trotzdem nicht wieder herankam. Ein neues -kleines- Problem: der Bremszug, mit dem der Lukendeckel vorne anschlägt verlor jetzt nicht mehr nur gelegentlich ein einzelnes Drähtchen, sondern es brache die meisten Drähtchen auf einmal. Also die nächsten Anstiege (zum Glück war der härteste ja nun geschafft) mit per Hand (weniger weit) aufgehaltenem Luk gefahren, das ging auch.
Dem Westerwald kannte ich vorher so gut wie überhaupt nicht. Das Wortspiel mit den Wetserwellen drängte sich mir auf, immer wieder (gefühlt jedenfalls) steil bergauf und nur manchmal gelang es mit dem Schwung eine Kuppe zu überfliegen.

Vor der nächsten Kontrolle in Montabaur kamen wir durch Ransbach- Baumbach, es war kurz vor sechs und ich hatte Hunger. Nudeln schwebten mir vor, also ein (italienisches?!) Restaurant suchen – und mit Mr. Le keine 200m von der Strecke einen Chinesen gefunden, bei dem ich zur Erbauung des Kochs nicht nur eine wirklich große Portion gebratener Nudel bekam, sondern auch verputzte. Die Portion gebackenen Bananen zum Nachtisch war ann auchwieder sehr üppig. Kurz darauf  Montabaur, bei der Kontrolle war ich 20 min über die Zeit, gut dreißig km Westerwelle später in Hachenburg war das noch so geblieben, aber es war ja noch viiieeel Zeit bis ins Ziel und sollte in der Tendenz ja bald auch anfangen, meist  bergab zu gehen. Nur das Ziel vor 23:00 Uhr im Ziel noch das von Rainer Paffrath ausgelobte Freibier abzuholen konnte ich dort abschreiben. Aber Beine, Lust und Laune waren gut.

Bis
ja bis es rechts vorne wieder rumpelte, jetzt also die bekannte Übung den Schlauch zu wechseln- normalerweis eine Sache von 12 -15 Minuten.
Normalerweise.
Der Mantel ging wieder nicht aus der Felge.
Partout nicht!
Nicht und nicht, auch nicht mit dem Trick mit dem Schraubenzieher statt Reifenheber, der in Neuwied geklappt hatte.
Also die Harry Potter- Nummer durchziehen: zerrrreißen, zerrrfetzen, zerrrschneiden.
Verdammmt zäh das Ding!

Und dann: neuer Schlauch, Reservereifen und der will nicht auf die Felge.
Der Reifenheber schafft es nicht. das freie Stück wandert rund um das Rad herum.
Zwischendurch hält eine Art Abschleppwagen, grell bunt beleichtet, wohl ein alter Ami-Truck. Der hatte 10km vorher schon gewendet und nachgefragt, ob ich Hilfe bräuchte, als ich nur eine Pinkelpause machte.

Nun hatte er seinen Kumpel weggebracht und bot mir nochmals seine Hilfe (mitnehmen, in der heimischen Werkstatt…) an, die ich mit meinem Randonneursstolz natürlich nicht angenommen habe „ich bin in 20 min fertig“ Pah!
Aber er fährt ja Oldtimer, z.B. eine Vorkriegs-Harley und weiß, wie das ist, mit ner Panne. Großartiger Mensch!

Es war ja wenig Autoverkehr und ich hatte mir zum Reparieren eine Stelle ausgesucht, an der die schnurgerade Staße etwas breiter war. Rücklicht hinten und Batterielampe nach vorne sicherten mich gut sichtbar ab. Und etwa jedes dritte Auto hielt an und bot Hilfe an. Wirklich sehr sehr nette Leute da im Westerwald!

Irgendwann machte es bei den Bemühungen mit dem Mantel leise pffft. Ich hatte dann DOCH mit dem Reifenheber ein Loch in den ehemals neuen Schlauch gezwickt. Also flicken, DAS konnte ich immer noch.
Insgesamt habe ich dot sicher länger als eine Stunde herumgewerkelt. Dann Blaulicht von hinen! Hier ist die Polizei!
Jemand von den Vorbeifahrern hatte einen Rollerfahre gemeldet, der auf der Straße liege- wohl einer, der mich nicht gefragt hatte, wie es mir geht.
Nunja: ich müsse von der Straße runter. Außerdem war ich frustriert und fror inzwischen in fast 400m Höhe in der sternenklaren Nacht. Also überredete ich einen der beiden zu einem letzten Versuch mit zwei Reifenhebern und –
der (metallverstärkte) Reifenheber knicjte durch. Also Abbruch.

Der Sturmvogel wurde abseits der Staße geparkt und dann durfte ich in dem warmen Polizeiauto- jetzt ohne Blaulicht bis nach Rossbach mitgenommen und durfte drin sitzen bleiben, bis ich eine Taxifirma gefunden hatte, die bereit war mich dort aufzusammeln und nach Godesberg zu bringen.

Das war eine unterhaltsame Fahrt von einer guten Stunde zum üppigen Festpreis (160,-(. Der Fahrer, ein Berufsfeuerwehrmann, war froh, keine Teenies von der Kirmes nach Hause fahren zu müssen und erzählte und erzählte.

Tja um zwei war ich in der Badewanne und bald schlief ich tief und fest.

Fazit:
Pro1 tubeless sind schnell, aber ob das mene Technik bleibt, wird sich am Freitag entscheiden, wenn ich mit  ein paar Telefontips vom Laufradbauer entweder klar komme- oder eben nicht.
Eigentlich bin ich ziemlich fit und komme mit dem Vogel eigentlich jede Straße herauf, die zumindest die Mittelgebirge zu bieten haben.
Brevets sind und bleiben ein Abenteuer (jetzt auch auf Strava).

Am nächsten Wochenende gibt es schon wieder mehr davon, als Team in der Sternfahrt nach Eisenach bis zur Wartburg.

Ich werde berichten.