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BRM 600: die Vierländertour oder der Pannenkönig ist zurück

Wuppertal als Startort ist in dieser Saison für mich ja ziemlich gesetzt. Den 600 kannte ich noch nicht. Er liegt, typisch Wuppertal, früh in der Saison und bietet die Chance, die Qualifikation für PBP schon Mitte Mai abzuschließen.
Andreas hatte für die Kontrolle zur Halbzeit eine Übernachtungsmöglichkeit mit Verpflegung, Dusche und der Möglichkeit eines Bag drops angeboten, was ich gerne gebucht habe.

Mein Plan war, eine Mehrtagestour unter Brevetbedingungen zu fahren, um mich an mein Fernziel TABR 2020 hernzuarbeiten. Konkret also Freitag Anreise von Stolberg nach Wuppertal (120km), Samstag und Sonntag je ca. 300km des Brevets und Sonntag zusätzlich möglichst noch im Hellen starten und nach Stolberg zurückradeln.

Dadurch, dass ich für Montag von der Arbeit zu einem Einsatz nach Düsseldorf abkommandiert wurde habe ich Sturmvogel am Donnerstagabend in Düren in der Praxis stehen gelassen.
An den vergangenen Tagen hatte ich bereits die gerissenene Speiche links vorn ersetzt, die Kette gekürzt und die Schaltung so eingestellt, dass jedenfalls bei der Probefahrt im Flachen VIER Gänge auf dem kleinen Kettenblatt funktionierten- das hatten wir noch nie.
Der leistungsstarke Spannungswandler auf 12V war von @Titanwolf auch wieder angekommen und so war ich, bis auf die ruppig ansprchende Bremse links guter Dinge, dass an dem Vogel alle technischen Systeme für eine lange Tour gerüstet sein sollten.

Als ich Donnerstagabend daran ging, die Tracks auf mein Wahoo zu überspielen kamen von Hajo @Jostein noch seine velomobilspezifischen Änderungsvorschläge- dafür ein dickes Dankeschön!

Freitag früh musste ich also nur noch die Packliste abarbeiten, die Päckchen in die Tasche stecken und mit Bus und Bahn nach Düren zur Praxis fahren. Dachte ich mir so. Der Umstieg vom einen auf den anderen Bus ging noch. Die Umsteigezeit zum Zug in Eschweiler war mit 800m Laufstrecke, orientieren und Behelfsbrücke zum Bahnsteig zu kurz für mich. Der Zug fuhr schon los, als ich gerade oben war. Grrr. Da wusste ich wieder genau, warum ich den muskelbetriebenen Individualverkehr so schaätze. Nun konte ich immerhin vor dem Regen geschützt den ersten Teil des Reseproviants verdrücken.

So ginge es also kurz nach 13:00h in Düren und nicht gegen 10:00h in Stolberg endlich los. in Merzenich war die Schule aus und dort war ich vorher noch nicht durch gefahren, nette Kommentare gab es da!
Hinter Merzenisch konnte ich dann auf der Rückroute von Andreas‘ 300er einscheren und es zunächst auf dem highspeed-Radweg zwich A4 und ICE-Trasse richtig laufen lassen. Köln am Nachmittag war mit viel Verkehr besonders blöd zu fahren, die Leverkusener Brücke habe ich diesmal gut gefunden ud die Balkantrasse lief wirklich gut bergauf, auch wenn das von Opladen bis Lennep schon ein ziemlich langer Anstieg ist! Gegen 18:00h war ich in Wuppertal im Hotel. @Norfiets, den ich dort gegen 17:00h getroffen haben wollte, war aber auch noch unterwegs.
Wir haben zusammen im Wuppertalen Brauhaus gespeist und und uns auf dem Fußweg zurück zum Hotel gewundert, wie viele Polizeiautos dort auf einmal mit Blaulicht unterwegs waren.

Um 6:00 in der früh dann der Transfer zur Bäckerei zum Start, dort gefrühstückt. Vier Velomobile am Start, außer @Hajo, @Norfierts und mir auch noch @I-S-MS im roten df. Die VM-Variante der Strecke führt schon auf dem Hinweg über Lennep und die Balkantrasse nach Opladen. Ingo, der so ähnlich schwer ist, wie ich hängte sich an Hajo dran, dass mustte ich mir nicht geben und bin in Ruhe als letzter oben in Lennep angekommen, die anderen außer Sicht.
Der Track durch Leverkusen zur Rheinbrücke war diesmal sehr zügig und einfach und lief viel besser, als die sonstigen Varianten- will ich mir merken! Kurz vor der Brücke stand Norbert und flickte. Linksrheinisch fanden wir normalsterblichen Velomobilisten uns dann zusammen und fuhren immer mal im Konvoi. Ich hatte den Eindruck, dass sich Ingo dabei zu manchem Zwischenspurt hinreißen ließ, vielleicht ist er aber auch einfach konditionell stärker, als ich. Immerhin konnten Norbert und ich ihn mehrfach wieder überholen, wenn er einen Abzweig verpasst hatte und wenden musste.
Vor Pulheim war ich selbst in einer ähnlichen Situation: eine Gruppe Rennradler kam von links auf dem Originaltrack und bog vor mir auf die Straßen ein. An der Ampel am Orteseinagng hatte ich sie gerade überholt und zog bei gün geradeaus davon. Leider habe ich die Ortsumgehung nicht ganz benutzt sondern versucht, in der Ortsmitte wieder auf den Track zu gelange. Dadurch geriet ich in das Gewirr von Umleitungen und Baustellen. Die Treppe zur Unerführung unter der Bahn hat mir zum Glück eina anderer Randonneur targen geholfen …
Selten habe ich so gelacht, wie in Grottenherten: Wir wurden gerade von einer ganzen Karawane von Mercedes- Cabrios der letzten 40 Jahre überholt, Ingo hatte sich wieder an die Spitze gesetzt und am Ortseingang bog der Track rechts von der Staraße auf einen schmalen Rumpelweg ab. Ing natürlich geradeaus…
300m später wusste ich, dass er es eigentlich sogar richtig gemacht hatte: ich fuhr auf ein Stopschild zu um die Straße zu überqueren und musste ein paar SLs und einem roten df Vorfahrt gewähren. Aber statt nun links auf den Track einzubiegen fuhr Ingo wieder full speed gerade aus. Wie gut dass ich schon lag, sonst wäre ich vor Lachen kollabiert ;-)))

Hinter Gangelt waren wir drei Velonauten wieder zusammen und fuhren in NL fast alle ziemlich brav auf den Radwegen – für meinen Teil immer da, wo die auch für Mofas vorgeschrieben sind.
Der Käptn der Maasfähre interissierte sich sehr für die Velomobil. Auch wenn ich ihn nicht gut verstand, wollte er wohl wissen wieviel Diesel der Milan so verbraucht 😉
Auf dem letzten Stück vor der Kontrolle am trubeligen, vollen Markt in Eisden konnten wir uns schon einmal an die Deichpfade gewöhnen.
1/2 h Pause mit Kaffee, viel Wasser und zwei Stück Kuchen und weiter gings. Fast. Mit meinem Bordwerkzeug konte ich @AndyGodlike noch helfen, den klappernden Ständer an seinem Faltrad wieder festzubekommen.

Es folgte Andres dritter Track, zunächst an der Maas bzw. dem Albertkanal entlang nach Lüttich. Eigentlich lief es da großartig und ich war ein kleines bischen schneller, als die beiden anderen und verlor sie zwischendurch ganz aus dem Rückspiegel. Es lief gut, bis auf Hacourt, wo die Auffahrt wegen Bauarbeiten gesperrt war und ich ein ganzes Stück auf Nebenstraßen gefahren bin und immer wieder versuchte, auf den Uferweg zu kommen 😦
Vor Lüttich zeigte mei das Wahoo dann nur noch den Track und keine Straßen und Wege mehr an. also blieb mir nur mit hoher Auflösung und Auferka´samkeit für die ausgeschilderten RaVels zu fhren und so kam ich auch ziemlich glatt durc die Stadt. Und begenete , von hinten kommend, wieder @norfiets und @I-S-MS.

Der Ourthe-radweg, ist, wie von Andreas versprochen sehr schön- eigentlich. auch hier aber „deviation de RaVel“ mit engen, steilen Brückenrampen, auf einer Brücke fühlte ich mich auf der einen Seite hin- und uf der anderen gleich wieder zurückgeschickt. Die Straße war zum Wenden in einem Zug zu schmal und zu allem Überfluss fädelte das rechte Vorderrad auch noch in der Eisenbahnschiene ein, grrr. Kaum saß ich wieder im VM kam Ingo desselben Wegs. Wir veließen diesen schrecklichen Ort dann auf der LAndstraße, die eine Flussbiegung abkürzt und somit steil bergauf führt. Auf halber Höhe hatten wir dazu keine Lust mehr und fuhren auf einem Sträßchen wieder Richtung Fluss hinunter. Dort ging es auf dem Uferweg auch wiedr besser. Bis auf die Stelle, wo der RaVel unscheinbar rechts hinter enem Zaun weiterführt, während der Weg mit Gefälle geradaus zu führne scheint, auf das Privatgelände des lokalen Tauchclubs mit einer unscheinbaren aber gemeinen Bodenwelle. Die halbnackten Jungs auf der Aussichtsplattform hatten jedenfall ihre Unterhaltung an dem Tag.

Das wieße Rössl zur nächsten Kontrolle in Remouchamps schloss gerade, als wir ankamen. Eine lohnende Pause von einem Stündchen war ja dran. Dazu passte, dass es gerade anfing zu regnen. Dass es aber 40min dauerte, bis die Bestellung mit Fritten und Cheeseburger in der Frituur auf der anderen Straßenseite fertig wurden ist nur schwer nachvollziehbar. Da hier auch Konttrolle des 400er Brevets auch Twisteden war trafen wir mit @Rene und @tomacino noch Liegeradler zum angeregten Plausch. Norbert werkelte an seinm Milan herum, ihm war das Kettenleitrohr kaputtgegangen und führt zu langwierigen, schmierigen Reparaturbemühungen und neuen lauten Fahrgeräuschen für den Rest der Tour.

Bis kurz vor Binsfeld ging es jetzt spürbarer bergauf. Als Norbert und ich an der Tankstelle an der Grenze zu Luxemburg ankamen, hatte der empfohlenen Supermarkt schon zu, also keine Nachprovianterung. In der Abenddämmerung (und damit später, als zwischendurch erhofft) kamen wir in Binsfeld an, wo auch Norbert noch eine Schlafgelegenheit übernehmen konnte.
Etas später trudelte auch Ingo wohlbehalten ein. Wir beschlossen am nächsten Morgen um 2:00Uhr wieder aufzubrechen.
Mein Schlaf wurde noch dadurch verkürzt, dass meine powerbank, die eigentlich noch fast voll sein sollte, die angeschlossenen Geräte nicht lud und die Ladestadanzeige nicht mehr anzeigte. Der Versuch sie mit dem Anschließen an eine Steckdose selbst zu resetten gelang- zum Glück!

2:00h früh Start. Hat geklappt, alle drei Velonauten da. Ein paar hundert m weiter stand ein Rettugswagen mit Blaulicht, ein eiteres Einsatzfahrzeug gespensterte noch durch die Nach auf uns zu.

Das Wahoo wollte erst nicht so richtig mit der Fahrtrichtung rausrücken, weil noch nicht wach, das ließ sich aber mit ein paar m zu Fuß einpegeln.

Straße downhill. Ich war letzter und doch der erste, der den Abzweig in den kleinen Wirschaftsweg nahm. @Norfiets und @ I-S-MS waren erst einmal vorbeigerauscht 😉 Hier dreht es aber auch bald wieder bergauf, ziemlich sogar. Vorne die Kette abgeworfen, also aussteigen. Schwupps hatten mich die beiden wieder einkassiert. Nein nein, keine Hilfe, ich bin ja gleich wieder flott. Pustekuchen! Als die Kette vone wieder aufliegt stellt sich heraus, dass sie auch hinten zwischen Ritzel und Speichen klemmt. Also Hinterrad ausbauen. Und das Schaltwerk ist dabei dauernd so merkwürdig im Weg. Also abmontieren. Zum Radeinbau wieder auf das kleinste Ritzel schalten. Nun mach schon! Achso! Also nee, ne? Heute hat es mich mit der Schaltwerksfeder erwischt. Und nun?
Im Forum hatte doch gerade jemand von einer Notreparatur berichtet. Was habe ich denn dabei? Ersatzschläuche! Zwei in 26″ und viele in 20″- also muss einer der kleineren dran glauben. Blind im Heck herumtasten- was könnt als Widerlager dienen? Da, etwas rundes! Gleich hab ichs in der Hand, die Schaumstoffrohrabstützung zwischen Radhaus und Karosserie trägt nicht. Etwas weiter vorn ist was metallisches, wahrscheinlich Sitzabstützung oder Hinterradschwinge. Zu weit weg! Also mit dem Messerchen den Schaluch aufgesäbelt , da oben herumgeschlungen (wenn das Mistding so schlecht rutscht wird hoffentlch wenigstens nachher der Knoten halten ?!)  Zwischzeitlich musste ich mich auch noch mal ernsthaft in die Büsche schlagen. Und schließlich fing es an zu regnen. Über eine Stunde auf der Straße gesessen. Die Jungs waren weit weit weg und nur Ingo hat die Abfahrt aus W etwas verschoben um mir beim Ankommen Gesellschaft zu leisten. Dabei war ich mit so vielen Dingen beschäftigt, dass ich das gar nicht würdigen konnte. Danke dafür, es tat trotzdem gut!

Es folgte  nach steilen Serpentinen bergab im dunkeln Niesel die erste Baustelle auf der Brücke über die Our. In der Morgendämmerung einmal die Stufe vom Bürgerteig auf den verfestigten neuen Unterbau, 50 m schieben- kein Problem. Sogar ein Dixiklo war da! Bald in Echternach, da wars schon hell. Ein Parkplatz mit Ticketautomat fand sich auch und weiter. Nach Bitburg erst auf dem Kurztrack sanft bergauf. Der Schlauch tut seinen Nebenjob erstaunlich gut, die ersten drei Gänge schalten fast normal, dann muss ich eine Raste zusätzlich drehen und nummer 5 und manchmal  6 kommen mit der Zeit auch noch. Also immerhin alle Gänge nach unten rum und bis fast 50km/ kann ich treten. Wenn das so bleibt, ist das Ziel erreichbar.

Interessant, wie sich der mentale Fokus vom optimal die Körperkräfte einsetzen zu Dankbarkeit dafür verschiebt, dass man überhaupt fahren kann und wie es dem Rad dabei geht.

In Niederweis verpasse ich mal wieder den Einstieg in den Bahnradweg, das bringt ein paar Strafhöhenmeter. Aber dafür Bahradfahren , mmhh!
Kurz danach hätte ich gleich bei Wolsfeld auf der B257 bleiben sollen!

In Bitburg Tankstellenstop mit Frühstück. Ziemlich rasch weiter.

Und dann, dann kam die herrliche Abfahrt ins Kylltal mit den ominösen Baustellenschildern. und dann die Baustelle. die meinten es ja wirklich ernst it der Straßensperrung! Der quergestellte Bagger mit dem davor angehäuften Matschehaufen kam schon sehr unfreundlich rüber. Ein freundlicher Randonneur hatte wenigstens das jenseitige Absperrgitter offen gelassen.  Ingo und Norbert berichteten, dass sie das u zweit so eben überwunden haben. Aber allein entwickelt man halt Kräfte. Den Vogel oben auf dem Dreckahaufen ablegen, genau auf der Erde und nicht auf der Raupenkette des Baggers. Über die konnte ich dann klettern und den vogel auf der anderen Seite wieder runterziehen. Das Heck schnitt über 10 cm tief in die Matsche ein. Und dann konnte es weiter gehen!

Das Kylltal gemächlich bergauf fuhr sich angenehm. Am Ortseingang von Gerolstein eine Tanke, die Gelegenheit für Kaffe und eine Eis. Jakob, der lokale Alki kriegte sich gar nicht wieder ein und war so ungläubig über unsere Tour, dass ich ihm die Brevetkarte vorlegt. Dann wurde ich auch noch geduzt…

In Blankenheim Mittagspause mit Pasta und dann hinunter Rihtung Köln!

Auf der anderen Rheinseite kam ich mit eineigen Randonneuren in ein Gewitter mit Starkregen. Sehr schlechte Sicht, aber relativ wenig Verkehr. Die streckenführung war bemerkenswert einfach und verkehrsarm, Chapeau, Andreas!
Bis Schlebusch hörte der Regen dann endlich auf. Diese Variante aus dem Dhünntal nach Blecher rauf kannte ich noch nicht, auch das werde ich mir für die Zukunft merken!

Etwa ab der Abfahrt von der Rheinbrücke war en besorgniserrregendes Klappern/ Schlagen im Fahrwerk vorne nicht zu überhören, besonders, wenn es langsam und ohne Druck rollte. Die Lenkung hatte kein zusätzliches Spiel. Die Räder schienen fest. Es fuhr. Also weiter zumindest bis Wuppertal. wieder einmal Balkantrasse und dann – so langsam und vorsichtig wie noch nie- die Abfahrt nach Wuppertal. An der Einfahrt zum Sportplatz macht sich Ingo gerade auf und kam, wie schon erwähnt noch einmal mit mir hinunter- netter Kerl!

Mit dem unbekannten Fahrwerksproblem hatte ich keine Lust in die ANcht hinein nach Stolberg zu fahren. Ich verabrdete, Sturmvogel im Sportlerheim stehen zu lassen und holte ihn am Montag nach der Arbeit mit dem Auto ab.

Inzwschen weiß ich, dass eine Pufferscheibe der rechten Spurstang zerbröselt war und schließlich abgefallen war, so dass die Spurstange ca. 5 mm Spil in Längsrichtng hat und das zum Hin- und Herschlagen nutzt. Ein Fall fürs Räderwerk!
Außerdem haben sich noch einmal zwei Speichen verabschiedet.

Fazit:
Die Qualifikation für Paris ist tatsächlich schon geschafft!
Gut dass die Problem an Schalt- und Fahrwerk jetzt und nicht auf dem Weg nach Paris auftraten.
Es gibt Bereiche, die ich noch nicht selber repariert und gewartet habe. DAS muss sich vor der Amerikatour im kommenden Jahr unbedingt ändern. Dafür muss ich mir auch noch einmal Gednken über mitzuschleppende spezielle ersatzteile machen.
Den Rat von @Lutz von ginkgo auf 90mm Trommeln zu wechseln werde ich nicht nur für den neuen Milan, sondern im Rahmen des Werftaufenthaltes in Siedenburg auch bei Sturmvogel nachrüsten.

Mein  neuer Job macht ja viel Spaß- die letzten Wochen waren aber so arbeitsreich, dass dieser Bericht über zwei Wochen brauchte …

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BRM 400 Wuppertal „Westfalenland“ revisited 13.04.2019: das Schneebrevet

 

Fast auf den Tag ein Jahr nach dem 400er mit dem Fuego war ich im Sturmvogel wieder am Start. Als einer von 4 (VIER) Velomobilisten. Das Starterfeld war deutlich größer, als im Vorjahr, immerhin konnte man heute die Qualifikation für PBP zu ¾ abschließen.

Ich hatte wieder zwei Nächte im Hotel amical gebucht und wollte an meinem freien Freitag mit dem Rad aus Stolberg, meinem neuen Zweitwohnsitz nach Wuppertal fahren- und am Sonntag nach dem Ausschlafen wieder zurück. Ich rechnete schon damit, mit dem Milan insgesamt schneller zu sein und der Spätcheck-out ist um 1200h.
Zuerst allerdings wollte ich endlich die neue Lichtkanone montieren und – vor allem- anschließen. Richtig herum gepolt! Also unter Ersteinsatz eines Digitalmultimeter und eines Lötkolbens (seit der 10. Klasse nicht mehr benutzt und am vorigen Wochenende zu diesem Zwecke erstanden.
Das sh auch alles ganz vielversprechend aus, bis…
Bei der letzten Rumpelabfahrt auf dem arbeitsweg am Donnerstag hatte sich der Step-up-Wandler, der den Saft aus meinen hochwertigen 7V-Akkus auf die 12V des neuen Bordnetzes bringt und der mit Klettband an der Karosserie befestigt ist, losgerissen. Bei bis zu 65 km/h auf der kurvigen –Rüttelstrecke habe ich ihn ohne hinzusehen wieder festgeklettet- und dabei den Eingangsstecker abgeknickt. Bei den Manipulationen jetzt brach ein Kontakt ganz ab und das wars dann mit Strom und Licht- Mist!

@TitanWolf von dem ich die Akkus zusammen mit seinem genialen Trinitas-Fernlicht gekauft hatte und der mir diesen Wandler für den Betrieb der gesamten Lichtanlage gebaut hatte, hatte mir noch einen zweiten, kleiner ausgelegen Wandler dazugelegt- doch der lag zu Haus in Nordhorn. Zwar fand ihn meine Frau nicht in dem Schrankfach mit den Fahrrad / Velomobilsachen, aber ich war zuversichtlich, das Teil zu finden. Also schnell alle Sachen für das Brevet nicht ins Fahrrad, sondern in eine Wäschekorb gepackt, den Vogel ins Auto geladen und nach Nordhorn gefahren.

Schön, meine Frau an diesem Wochenende doch einmal kurz zu sehen! Das Teil rasch gefunden, der Einbau kappte dann ohne weitere Pannen und fehlerfrei. Gleich @TitanWolf geschrieben.

Gemeinsames Abendessen und dann auf nach Wuppertal. Dort vor dem Lichtausmachen noch @TW’s Antwort mit dem Rat gelesen, mit diesem Wandler die Trinitas nicht mit voller Leistung zu betreiben, damit dem Wandler nicht zu warm wird …

 

Am Start waren die üblichen Verdächtigen versammelt, die üblichen Sprüche über das Velomobilistenoutfit mit kurzen Hosen und dünnem Langarmtrikot.
Zusammen mit @Norfiets und @ I-S-MS übernahmen drei der vier VMs die Führung und bogen dann gleich auf der Hauptstraße von Track ab und das Stück ungepflasterten löchrigen Fabrikhof zu umgehen. Als wir etwa die Hälfte des Anstiegs geschafft hatte kam Hajo @Jostein von hinten und hat ein schönes Bild in seinem Bericht im Rennradforum und bei Strava hochgeladen.
Die Balkantrasse nach Hückeswagen und Wipperfürth hinunter war wie immer schön und im Kleingeschwader noch einmal ein besonderes Erlebnis.

Nach der 1. Kontrolle, dieses Jahr an bekannter Stelle in Ohl mit einer Frage aus dem Aushang der Gemeindetermine, mit verschiedenen Fragen für die Teilnehmer (Andreas ist ein Fuchs 😉 verabschiedete ich mich erst einmal von @Norfiets, den kommenden Anstieg nach Großfatenrath habe ich als SEHR steil in Erinnerung. Wir kamen dann aber doch ähnlich schnell dort hinauf und sind noch ein Stückchen zusammen gefahren. Hier gab es schon erste Geplänkel mit festem Niederschlag. Witzig ist, dass die Schneeflocken durch den 1cm breiten Spalt unter meinem Visier ins Innere strömen und dort einen wilden Tanz aufführen 😉 .
Als ich bei K2 in Altena ankam, brach @Norfiets jedenfalls gerade schon wieder auf. Ich brauchte nach den ersten Anstiegen aber erst einmal eine Stärkung und brach dann mit @I-S-MS zusammen auf. Nach einer Pinkelpause schraubt ich mich erste einmal allein bergauf- @Fafnir auf seinem M5 kam dann auch noch vorbei. Zwischen Hemer und Menden wurde das Wetter das erste Mal richtig schlecht, @Fafnir erzählte mit von schmerzhaften Einschlägen der Hagelkörne im Gesicht- das konnte ich ja sogar nachvollziehen, weil auch von denen ihren Weg ins Milaninnere finden. Auf dem Haarstrang ging es zunächst wieder, das Visier war wieder durchsichtig. In den Wellen vor Büren hatte ich dann den Eindruck, dass sich dort vorne in Gletscher bildete. Und man kommt so schlecht ran! Das Café Stilbruch in dem historischen Gebäudekomplex links der Hauptstraße fand ich wieder. Es war genauso gemütlich wie letztes Jahr und in 40 min bekam ich zwei paar Schnittchen und zwei Stücke leckeren Kuchen zu zwei Kännchen Tee und einem bleifreien Weißbier für die Elektrolyte.
Jetzt kam das kurze, meist abschüssige Stück zum Trojaner (Grill) in Paderborn- Elsen. Die 30 km klappten tatsächlich in einer Stunde. @Fafnir brach dort gerade wieder auf. Da ich in Büren gegessen hatte trank ich nur ein Anstandsmalzbier und fuhr rasch weiter. Und @Fafnir kam aus der falschen Richtung?! Nun auf dem flachen Stück war er rasch gestellt, überholte noch einmal an einer roten Ampel und war dann erst im Ziel wieder gesehen. Velomobilland mit vielen langen Abschnitten.
Meist weinig Verkehr  aber dann, nur langsam, langsam näherkommend ein grelles Scheinwerferlicht hinter mir. Wieso war @Norfiets noch/ schon wieder hinter mir? Und trank nicht schon längst in Nottuln Kaffee zu Haus?
Einen Anruf meines Sohns konnte ich nicht rechtzeitig annehmen und checkte erst einmal die Lage, a fragte er ob alles ok sei und fuhr erste einmal vor. Kurz danach stand er in einem Waldweg und dann reisten wir bis Witten als Milanenpaar wieder einmal zusammen.
Wir waren um kurz nach 21:00h in Nottuln an der Tankstelle- drei Stunden früher, als vor einem Jahr. Hier musste ich wieder Energie nachfüllen, 2 l Vanillemilch, einen große Milchkaffe, eine Bulette mit Laugenstange und zum Nachtisch, mit der zweiten Vanillemilch noch ein Snickers. Norbert harrte stoisch mit mir aus und ziemlich genau nach den Beantragten 40 min zogen wir weiter. Norberts Schätzung mit Ankunft um 1:00 Uhr erwies sich als sehr optimistisch. Zum einen war die Tendenz jetzt klar wieder bergauf, zum Anderen wurde die Sicht bei erneuten Schauern schlechter. Und tatsächlich wurde der Step-up-Wandler rasch unangenehm heiß, wenn ich doch alles Licht brauchte. Schneeregen um Mitternacht ist keine Situation, bei der ich gerne auf Licht verzichtet, das eigentlich an Bord ist 😦
Irgendwo ging es ein Stück auf einem Fahrradweg ohne begleitende Straße und am Ende war ein Drängelgitter zur Bedarfsampel, um die Straße am Ende zu überqueren. Ich war angegriffen und von dem letzten Stück Bienenstich aus der Heckinghäuser Bäckerei vom Start abgelenkt und bin dort hineingerollt. Es hat hässlich geknirscht und der Gelcoat an Sturmvogels malträtierter Nase hat ein paar Sprünge mehr. Dabei hat er inzwischen doch wahrlich genug street credibility. Nun irgendwann hatte ich mich wieder abgeregt.

Hinter Witten ließ ich @Norfiets frei vorfahren und macht mich an den langen letzten Anstieg. Das Powergel am Anfang wirkte nicht, wie erwartet sondern lag eher quer im Magen. Und dann war ich nicht um 1:00 nicht um 2:00 sondern um 2:40 am Ziel. Als Norbert aus der Dusche kam hatte ich mein Galette à la Andreas schon fast verspeist: „Was machst du denn schon hier!“ ;-))).

Hajo hatte auf Strava schon seine Bilder gepostet, war also gut zu Hause bei Köln eingetroffen. Bald nach mir trudelte @I-S-MS ein und als ich ins Hotel aufbrechen wollte kam auch @Fafnir rein- alle Lieger gut wieder heim, schön!

Erstaunlich früh wachte ich auf und räumte große Teile des Frühstücksbuffets ab. Auf der eigentlich kurzen Autofahrt nach Stolberg musste ich aber noch einmal eine Schlafpause einlegen. Hier angekommen folgte ein ausführlicher Mittagsschlaf, am Nachmittag ein kurzer, langsamer Spaziergan zur Eisdiele.

FAZIT:

War das anstrengend! „>auf Strava
Die Kletterpartien am Anfang habe ich auch im Velomobil gut bewältigt, ohne mich dabei komplett zu verausgaben, aber mit so einem Start sind 400km als Tagwerk mehr, als genug für mich.

Die Rückfahrt im Milan hätte heute, trotz besseren Wetters nur sehr bedingt Spaß gemacht.
300km scheinen also für Mehrtagestouren ein vernünftgeres Tageslimit zu sein- für den Hinterkopf für PBP mit An- und Abreise auf eigener Achse. In der zweiten PBP-Nacht muss ich also eine richtige Schlafpause einplanen!

Zur PBP- Quali fehlt „nur“ noch ein 600er, der ab Wuppertal mit Zwischenquartier in Luxemburg ist laut Andreas schön und nicht zu fordernd, ich bin gespannt. Und als Junibrevet habe ich mich für die große Acht von Lohne angemeldet.

Die Kapazität meiner Akkus reicht für PBP ohne Zwischenladung nicht sicher aus, falls es nachts regnet und die Sicht schlecht wird.
Aber aller Lichter am Milan funktionieren eigentlich so, wie sie sollen. Die Dauerbaustelle seit P-HH vor drei (!) Jahren ist endlich abgeshlossen.

Dank:
an Andreas für die tolle Betreuung und die tagesaktuelle Pflege Deiner Strecke!
an Norbert für die geduldige Begleitung auf der Rückfahrt. Es fühlt sicher immer wieder gut an, mit Dir unterwegs zu sein.

2019#3 BRM 300 Dreiländerbrevet Wuppertal oder drei Tage Radtour

Tracks auf Strava:
https://www.strava.com/activities/2191476374
https://www.strava.com/activities/2199380171
https://www.strava.com/activities/2202468707
https://www.strava.com/activities/2204242292

Mein größtes sportliches Ziel ist aktuell noch weit weg- TABR 2020: dies Rennen quer durch die USA, unsupported möchte ich im Randonneurs-Modus im kommenden Sommer angehen: Ein Jahr später werde ich 60. Jetzt bin ich gesund und fit genug um mir das zuzutrauen: die Idee konkretisierte bei und nach HBK im letzten Sommer, sodass ich einen neuen, leichteren und leichter reparierbaren Milan schon bestellt habe. Aber- HBK hatte 1.500km, TABR hat 4.200 Meilen, also ca. 6.700km, mehr als das vierfache…

Dies ist mein viertes Jahr als Randonneur und ich habe (hier dokumentiert) manchen Fehler gemacht, aus dem ich -hoffentlich- gelernt habe und ansonsten einige wertvolle Erfahrungen auf Brevets gemacht, die mir auch im Alltag helfen.

Die mehrtägigen Erfahrungen sind also als Übungen besonders wichtig. Wie geht es mir unter ungünstigen Umständen bzw. wie gehe ich damit um? Mit schlechtem Wetter? Hunger, Durst/ Dehydrierung wenn der Trinkrucksack leer und Wasser nicht in Sicht ist? Welche Kleidungsstücke sind- bei welchem Wetter?- wirkliche essentiell? Welches Werkzeug und Ersatzteile? Wie memoriere ich vor dem Start, wo was verstaut ist, sodass es während des Brevets nicht verloren geht und hinterher wiedergefunden wird (Autoschlüssel!)

So gesehen ist PBP (Paris-Brest-Paris) der sportliche Höhepunkt dieses Jahres- einerseits- aber auch die Gelegenheit, in diesem Sommer eine noch längere Tour mit guter Infrastruktur zu fahren. Dies Volksfest des Radfahrens möchte ich im Sturmvogel mit funktionierender Schaltung in diesem Jahr genießen. An- und Abreise aus Düren und nach Nordhorn sollen dann aber ebenfalls im Rad erfolgen. Wodurch sich die Route auf fast 2.400km praktisch verdoppelt, immerhin mit 1 ½ Ruhetagen vor dem Start zu PBP und Ausschlafen vor der Heimreise.

Soviel zu den Hirngespinsten und Tagträumen.

Das Velomobil hatte ich am Rosenmontag von Nordhorn nach Bonn überführt. Erstmals funktionierte die von Sinner-Bikes.nl renovierte elektrische Anlage mit Blinkern, piepsenden Blinkerrelais, Trinitas-Fernlicht und Bremslicht- endlich!
Für den 9. März, den Tag des Brevets war stürmischer Westwind und viel Regen angesagt.
Am 8. hatte ich einen freien Freitag und konnte in Ruhe nach Wuppertal radeln. Sie Schaltung nachstellen, Luftdruck kontrollieren und beschließen, dass die Kette noch nicht geölt werden müsste hatte ich schon am Nachmittag zuvor nach Feierabend draußen im Sonnenschein!

Die Strecke nach Wuppertal über Spich, Dellbrück, Odenthal und Burscheid kenne ich inzwischen fast vollständig auswendig. Wie vor einem Jahr besuchte ich eine alte Freundin meiner Familie in Burscheid, wo ich während meiner Jugend gelebt habe.

Im Hotel Amical Wuppertal passte der Milan so gerade eben durch die Tür in den Konferenzraum im Erdgeschoss! Die Empfangsdame war sehr freundlich und hilfsbereit. Ich hatte die Luxusversion eines Einzelzimmers gebucht, mit Obstkorb, Pralinen, Tee und Bademantel gebucht, weil die einfachen Zimmer damals ausgebucht waren. So weit alles hübsch, aber es gab nur kaltes Wasser. Aus Waschbecken UND Dusche. Nun war doch ein kleineres normales Zimmer frei- Umzug im Bademantel und warme Dusche- in diesem Zimmer allerdings besteht die Duschabtrennung nur aus einer Glasscheibe, sodass sofort eine Überschwemmung des gesamten Badezimmers entstand.

@Fafnir wollte eigentlich mit mir zusammen irgendwo Essen gehen, schrieb dann aber, dass der Wartungsrückstand seines Renners sein Anreise verzögern musste.
Bis ich endlich sauber und trocken war, hatte es angefangen ergiebig zu regnen. Daher kehrte ich ohne lange Suche bei einem Griechen in Barmen ein und macht noch einen kleinen Verdauungsspaziergang.
Schön, dass ich einige Sachen im Hotel lassen konnte. Am nächsten Morgen ging es kurz vor halb sieben zur Bäckerei Evertzberg. Selbst Hajo war bei dem angesagten stürmischen Wind mit seinem Milan angereist. Zwei belegte Brötchen und zwei Stücke Streuselkuchen passten DOCH in meine Brotdose!

Vor einem Jahr fand ich die Drängelgitter auf der Bahntrasse in Solingen lästig, meist waren sie zwar –langsam- zu umfahren, aber mehrmals musste ich doch aussteigen. Hajo @Jostein war stattdessen über Lennep und die Balkantrasse und über die Leverkusener Brücke gefahren- so modifizierte ich mir den Track für die erste Etappe. Die Balkantrasse einmal herunter zu rauschen war sehr nett! Und die Anfahrt zur Rheinbrücke mit den Änderungen wegen der Baustelle hatte ich so im Hellen erfahren und konnte sie auf der Rückfahrt leicht wiederfinden. Hier hatte ich voriges Jahr echt gesucht und gekämpft! Und mindesten eine halbe Stunde Zeit verloren!
Hinter der Rheinbrücke war ich schnell bei halbem Wind auf dem originalen Track und bald bei der ersten Kontrolle in Oberaußem. Schnell kam auch das erste Grupetto Randonneure an. Bis ich meinen Kaffee auf hatte waren sie schon wieder los und vor Jülich braucht ich ziemlich lange um diese 5er-Gruppe tatsächlich einzuholen-Respekt!!!

Ich kam viel flüssiger voran, als vor einem Jahr. Das lag nicht nur an dem wärmeren Wetter- das Wahoo funktionierte stabil, wogegen das Garmin 1000 vor einem Jahr mehrfach abgestürzt war und in die Irre geleitet hatte. Der Anstieg aus Vaals zum drilandenpunt kam mir schon giftiger vor. Auch wenn mich hier natürlich die Rennradler wieder eingeholt hatten. Die Frituur im nächsten Dorf hatte –leider- geschlossen. Also Versuch, in Eupen nicht nur einen Stempel, sondern auch etwas Herzhaftes zu Essen zu bekommen. Nach dem ersten Regenschauer bekam ich in der Bäckerei Kockartz zwei Stücke leckere Quiche und hinterher noch ein Stück Kuchen- und einen Stempel in die Brevetkarte-einen kleine Kinderstempel ohne Text oder Adresse. Aber auf der Quittung stand alles,  was ich für die Homologation brauche. In dieser Bäckerei war ich vor einem Jahr schon gewesen- wesentlich später am Tag. Vorher behalten hatte ich nur das italienische Restaurant aus einem der Vorjahre, wo ich sehr unfreundlich und nur auf Französisch bedient worden war.

Der Anstieg aus Eupen war steil, aber gut zu fahren. Die Fahrt über den Ravel7 die Vennbahn ein Gedicht und bald kam ich in Stolberg dicht an meiner neuen Zweitwohnung vorbei. Das Haus in Büsbach sollte jetzt fertig sein. Ich konnte mir einen Abstecher aber verkneifen-es lief gerade so schön. Mein Trinkrucksack wurde langsam ziemlich leer. Grund in Buir in der AVIA-Tankstelle kurz anzuhalten. Toiletten- und Kaffeepause, Wasser tanken und noch eine Frikadelle einwerfen und weiter gings. Kurz vor dem Ende der Strecke zwischen A4 und Schnellbahnstrecke stand auf einemal ein Trecke vor mir auf dem Weg- kein vorbeikommen. Aus dem kaminartigen Auspuff stiegen Rauchwölckchen auf- richtig ein (relativ) neuer und relativ riesigen Modellseines Lanz Bul bul bul bulldog mit einem winzigen Wohnanhänger im Schlepp. Das Gespann macht bereitwillig Platz. Auf diesem schnellen stück gab es neben viel Fast-Rückenwind Wolken  Regenbogen und einen weiteren Schauer. Bis Köln war‘s dunkel. Dank Wahoo und mit etwas Erinnerung ging es diesmal glatt bis zur Rheinbrücke die Fahrt bis nach Opladen und zur Bahntrasse war, auch dank des Übens am hellen Morgen, reibungslos.

Ausgerechnet in Burscheid, am ersten Steilstück fiel die Kette hinten nach innen vom größten Ritzel. Zum Glück regnete es nicht. Bvor ic die Reparatur anging habe ich mich erst einmal um mich selbst gekümmert: etwas drüber gezogen. Bevor die Hände schar z werden die letzte Vorräte gegessen. Getrunken. Dank der Wartungsluke ließ sich das Problem dann leicht beheben und die Schaltung (noch) besser einstellen. Die drei Randonneure, die in diese Zeit vorbeikamen, fragten alle, ob ich Hilfe bräuchte ;-).

Diese Zwangspause hatte also auch einen Erholungseffekt gehabt. So konnte ich zwei der drei Randonneure noch auf der Balkantrasse wieder überholen ;-).

Trotz der Panne war ich über 2 Stunden schneller, als im Vorjahr. Nach Pause und Schnack im Sportlerheim war ich weit vor Mitternacht wieder in meinem Hotel und unter der Dusche.

Nachtrag:
Nach reichlichem Ausnutzen des tollen Frühstückbuffets konnte ich um kurz nach 9:00 Uhr nach Hause starten. Mein B-router-basierter Track nahm einen ungünstig steilen- und ungepflasterten- Aufstieg zur Nordbahntrasse. Auf der Abfahrt zur Ruhr wurde diese dann zunehmen ungeeignet für VM: ungepflastert. Ende Drängelgitter. Minimale Beschilderung. Schließlich Umleitung über einen Schulhof wegen einer Baustelle. Ich hätte doch Andreas‘ W-NOH-Track annehmen sollen.

Dann kam der Ruhrpott mit Ort hinter Stadt hinter Siedlung ohne Ende. Zwischen Castrop-Rauxel und Datteln musste ich mal und keine Hecke, Wald oder Feld weit und breit. Also eine Tankstelle angesteuert. Erst Pinkeln ,dann ein doppelter Espresso. Das junge Mädchen, dass bediente war sehr nett und stellte viel Fragen zum Velomobil. Sie habe aber Problem mit dem doppelten Espresso, wahrscheinlich müsse sie dafür wieder dreimal öfter drücken(?). schließlich bekam ich für 2 € einen vollen Becher Kaffee-artiges Getränk, in Espressostärke. Trotz vieler Tütchen Zuckers hätt ich das fast nicht ganz geschafft!
Derart beschwingt und mit meinem Käse-Schinken- Brötchen von Frühstück unterfüttert ging es beschwingt weiter! Dort habe ich noch einen Spruch gemacht, dass es draußen heller würde.

Im Folgenden wurden die Abstände zwischen den Starkregenwolken immer kleiner. Immerhin war ich auf der Landstraße unterwegs, als es soweit war: Nur noch Sicht durch den schmalen Spalt unter dem Visier, im Rückspiegel (meist) noch erkennbare Scheinwerfer des nachfolgenden Verkehrs. Der Vogel war durch die neu angebrachten Spaltbänder aus dem Segelflugmodellbau deutlich wasserdichter, als bisher und so konnte ich ganz fokussiert auf den schmalen Sichtspalt und meine Befindlichkeiten (zu warm- Reißverschluss etwas auf, zu kalt- RV wieder ein Stück zu, Hunger? Durst?) nach Hause rasen. Irgendwie meditativ!

Als ich um halb vier zu Hause ankam, war ich durchnässt- gefühlt von Schweiß,  nicht unangenehm.
Und gut drauf. Und fit genug, um mit der Liebsten noch tanzen zu gehen.

 

Fazit:
Drei Tage nacheinander ordentlich geradelt.
muss die Kette gekürzt werden?
Ist die eine gerissene Speiche vorn rechts innen Grund zu ernsthafter Sorge?

Spaltband und Überkleben der Dreiecke zwischen Lukendeckel und Kopfhaube machen den Vogel spürbar besser wasserdicht!

Montag wäre ich gern wieder geradelt! (Stattdessen über vier Stunden im Auto zur Arbeit nach Bonn gestanden)

2019 #2: BRM 200 Wuppertal: Bergiges Brevet im Bergischen

 oder nach Rom (ohne Papstaudienz 🙂

 auf Strava mit Bildern: https://www.strava.com/activities/2153850108/overview

Mein Februarbrevet sollte dieses werden. Wenn Andreas schon bergig sagt, muss an sich warm anziehen- im übertragenen Sinne. Bei der Wettervoraussage blieben die wirklich dicken Wintersachen lieber zu hause. Aber Nachtwolf statt Sturmvogel.

Durch Wartungstermine für das Velomobil konnte ich nicht von Bonn aus zum Start fahren, sondern musste früh morgens mit dem Auto in Nordhorn aufbrechen. Ich hatte genug Lampenfieber, um eine Stunde vor dem Wecker wach zu sein und so war mein Nachtwolf das erste Fahrrad, das vor der Bäckerei Evertzberg stand- einmal erster sein, wenn auch vor dem Start 😉

Ein Becher Tee im Auto, ein Milchkaffee zum Frühstücksbrötchen- das sollte ich noch zu spüren bekommen. Immer mehr der Gesichter kommen mir bekannt vor, viel nette Gespräche, dann die Ausgabe der Brevetkarten- Andreas ist für die Engelsgeduld, mit der er jedem der ca. 70 Starter die Details zu den Kontrollen 1 bis drei erklärt, wirklich zu bewundern.
Henrik @Fafnir sah ganz schmal aus, richtig mit eingefallenen Wangen. Er meinte, das sei ein Effekt seines Gewichtstunings und sollte so… . @Hajo war wieder mit dem df au Köln angerollt und somit schon warmgefahren.

Pünktlich um 8:30 rollten wir los, ich hatte eine der vorderen Gruppen erwischt, da konnte ich mich auf dem ersten steilen Stück nach Lennep schön überholen lassen. Erst war es doch noch etwas frisch, aber langsam bergauf macht warm. Auf der Radbahnstrecke nach Marienheide kam dann auch @fafnir von hinten angerauscht, wir fuhren ein Stückchen zusammen, aber am Segelflugplatz in Wipperfürth ließ ich ihn von dannen ziehen. Zum einen seine Aerodynamik. Außerdem musste ich mir in den ersten paar Stunden zu und zu oft ein Versteck hinter dem einen oder anderen Baum suchen…

An der zweiten Kontrolle, am Aussichtsturm in Unnenberg hatten wir ja erst den dritten Anstieg bewältigt. Das Treppensteigen auf den Turm kam mir trotzdem schon als willkommenen Abwechslung und Lockerungsübung für die Beine vor. Wie schön, dass Schnee und Eis bis auf ein paar Reste abseits der Straßen schon weggeschmolzen waren- das hätte alles auch viel mühsamer sein können. So genoss ich die herrliche Rundumsicht- und wunderte mich hinterher, wie gut die ganzen Talsperren im Umkreis in den Tälern versteckt waren. Bei der folgenden Abfahrt holte ich ein paar der Randonneure wieder ein- während ich auf dem Turm war hatte sich der Parkplatz vollständig geleert. An dem wohl steilsten Stück der Route, hinter Bergneustadt rechts hoch nach Beldenberg sparte ich mir meine Körner und schob, bsi es flacher wurde. Ein relativ stämmiger Randonneur, in Rapha gewandet, mit Shorts und freien Waden, biss die Zähne zusammen und quälte sich im Wiegetritt dort hinauf. Er war nur eine Winzigkeit schneller, als ich, aber als ich wieder fuhr lief es bei mir deutlich besser. Er war mein Held des Tages. Auch wenn ich ihn hier erst einmal abhängen konnte, sind wir uns den Rest des Tages immer wieder begegnet. Ihm wäre vielleicht mit einem kürzeren ersten Gang wirklich geholfen ?!.

Kurz vor Rom, oben auf einem Wiesenstück auf einem Bergrücken stärkte ich mich mit einer meine Stullen, und legte mich dabei in der Sonne ins Gras- herrlich. Kurz dahinter ging es wieder steil und kurvig bergab und ich hatte Körner für die nächsten Anstiege rechtzeitig nachgetankt. Vor Rom machte ich ein Bild von der Kapelle, dann aber keines von dem Ortsschild mit mir. Nur ein Portrait von meinem Helden mit dessen Handy. Im Dorf : ein Gasthof mit Rollstuhlrampe zum Vor-die-Tür-fahren. Zwei Randonneure davor in der Sonne. Gechlossen, aber da könnte ich in der Sonne liegen. „Das tue ich doch schon die ganze Zeit!“
Die Trinkflaschen leerten sich rasch, aber ich hatte die Hoffnung auf ein Erdinger in Erdingen. Naja, immerhin durfte auch ich in einer Garage die Flaschen mit Wasser auffüllen. Es hat doch Vorteile wenn auf dem Land Leute am Samstagvormittag ihr Auto waschen ;-))). Nach der nächsten Abfahrt, in Wildbergerhütte war dann ein Getränkemarkt direkt an der Kreuzung. Und irgendwo kurz danach (in Halbhusten?) kam ich an zwei Bäckerautos vorbei. Moment die hielten. Und hatten die Hecktüren auf? Anhalten, zurücklaufen. Kuchen? „Hier kommen heute so viele Radfahrer durch, nein Kuchen ist aus“. Aber vier Quarkbällchen auf die Hand und ein paar Rosinenbrötchen für unterwegs kamen dann doch noch mit.

Den Biggesee entlang zu fahren weckte Jugenderinnerungen an Segelnachmittage vor dieser Kulisse. In Attendorn war die Kontrollgaststätte noch voll mit Randonneuren, das lichtete sich aber ziemlich schnell. Schön, dass es auch Spaghetti Bolo gab. Enorm, wie gut die es mit uns meinten- ich war nicht der einzige der die Portion Pasta nicht schaffte.
Die ließ sich ja gut verdauen- aber das schiere Magenvolumen fehlte am nächsten Anstieg doch für die Atmung. Zwichen Nuttmecke und Himmelmert war die Straße wegen Baumarbeiten gesperrt. Natürlich bin ich an der Absperrung vorbei gefahren, um mal zu sehen, ob man nicht doch … Aber die beiden Jungs waren sehr straight. Einsatz schwerer Maschinen, Bäume fällen. Lebensgefahr, der Maschinenführer hat seine Pause gerade gemacht. Feierabend erst um 19:30.
Da seine heute schon ein paar unbelehrbar Radler durchgefahren :-o. Und sie beide kömne in den Knast wenn jemandem was passiert. Also stünde am unteren Ende inzwischen die Polizei.
Also Umgehung suchen. Google sagt, von „Nussecke“ nach Himmelmert gibt’s  einen Wirtschaftsweg. In echt ein herrlicher Anstieg, nicht allzu steil, mit wunderbarer Aussicht auf die Arbeiten im Tal und dann steil und kurvig auf Löcherasphalt bis zu Straße. Von der Aussicht auf der Staumauer der Oestertalsperre hatte Andreas doch auch etwas erzählt- und wieder recht gehabt- besonders mit den schönen Farben der Abenddämmerung.

Genau, es wurde schon wieder dunkel und damit auch wieder kühler. Die kleine Straße hinter Kierspe, schmal, erst bergan dann in stetem Auf und Ab war trotzdem ein Genuss: Guter Asphalt, durchweg gute Markierung mit Seitenstreifen und Leuchtpfählen, super! Dann kam das letzte Stück Bundesstraßen bis zum Abzweig nach Remlingrade. Dieses Stück bin ich inzwischen drei Mal hoch gefahren und hatte wieder @Fafnir im Ohr: „hier hast Du letztes Jahr geschoben!“- mit dem Fuego. Und heute lass ich den Wolf einfach laufen. Auf dieser letzten Abfahrt ins Tal der Wupper fangen Finger und Füße an zu frieren, aber das Ziel ist ja fast in Sicht.

20:40 bin ich im Warmen, kriege einen Tee, endlich ein Hefeweizen und eine von Andreas köstlichen, reichhaltigen Galettes- es passt schon wieder was rein ;-).

Dank     – an Andreas für die wirklich außergewöhnlich tolle Strecke
– an die Jungs von Wolf&Wolf. Diese Rad ist einfach eine Granate!
– an @Fafnir für die kurzweilige Unterhaltung (s.o.;-)

Fazit:     – geht doch, Beine müde, aber alles gut
-Sonntag und Montag: kein Muskelkater, die Beinpresse bei Kiesers geht (fast) wie immer
– falls der Milan im Sommer eine Grippe habe sollte, hab ich noch ein Rad, mit dem ich PBP mit Genuss fahren kann.

Ausblick: In 3 Wochen Andreas 300er zum Drilandenpunt. Das war 2018 richtig kalt. Hier kommt der Milan zum Einsatz.
13. April Andreas 400er. Auch den kenne ich schon aus 2018 mit dem Fuego. Dies Jahr eher mit dem Wolf, als dem Vogel.
am 18./19. Mai fliegt der Vogel von Wuppertal nach Luxemburg und zurück auf Andreas 600er. Sogar eine Zwischenübernachtung habe ich schon gebucht.
Mit etwas Glück sollte dann die Qualifikation für Paris-Brest-Paris abgeschlossen sein.
Das Junibrevet wird der heimatliche 600er: die große Acht von Lohne. Das ist dann noch einmal ein lohnendes Training. Das Alltagstraining wird sich ab April mit der neuen Stelle und der weiteren Pendelstrecke durch die Voreifel sowieso intensivieren. Im Juli muss ich mir noch ein DIY überlegen.

2019 #1: BRM 200 „Kaltstart“

Schon wieder BRM 200 Wuppertal? Ja genau!
Jeden Monat ein Brevet! Andreas fängt schon früh im Jahr an (genau, im Dezember!!!) und so passt seine serie für mich optimal, nicht zuletzt für die Quali für PBP im August.

Dieses auch Münsterlandbrevet genannte Januarbrevet kannte ich schon aus dem letzten Jah,. Damals war es eins der ersten Brevets mit der offenen Liege, dem Fuego, was seit Ankunft des Nachtwolfs ja nur noch in der Garage stand.

Wie im letzten Jahr war @Fafnir mit seinem M5-Renner angereist und wir trafen uns auch unterwegs immer wieder. „Hier hast Du letztes Mal geschoben!“ „Wieso bist du denn heute so schnell?“ und dergleichen Kommentare bekamen immer wieder dieselbe Antwort: weil ich so ein guten Fahrrad habe! Aber eins nach dem andern:

Der Wetterbericht für den Samstag wurde die ganze Woche über immer besser. Schließlich war klares, kalres Wetter mit wenig Wind angesagt. Die Entscheidung, welche Klamotten ich tragen soll, finde ich mit der Liege immer noch viel schwieriger, als im Velomobil (VM). Am Freitag rang ich mich dazu durch die sehr atmungsaktiven Raphaklamotten zu tragen, die ich für die Arbeitswege immer trage, lange Merinowäsche drunter, Windweste drüber, lange Skisocken unter und Neoprengamaschen über die Winterschuhe, lange, dünne Handschuhe, zwei Buffs.

Freitag abend war ein Termin mit meiner Frau in Düsseldorf, Hotel in der Altstadt, also nur sehr kurze Autofahrt nach Wuppertal, schön.

Die Bäckerei Evertsberg platzte schon aus allen Nähten, als ich eintraf- 90 Randonneure! Da nehme ich fast nur noch diejenigen whr, die ich sowieso schon kenne, wie @ChristianW, @Norfiets (mit seinem Patria-up), @Jostein natürlich, @Fafnir, @IS-MS in seinem df. Andere Lieger habe ich erst hinterher auf Bildern gesehen, schade.

Letztes Jahr hatte das Garmin am Anfang nicht richtig aufgezeichnet, ich war 13:31h unterwegs mit aufgezeichnter Fahrteit von 10:13h, wozu noch geschätzt 45 min der nicht aufgezeichneten Strecke kommen.
Diesmal war ich 10:41 h brutto unterwegs mit 9:10h in Bewegung. Alle Anstiege ließen sich, meist auch ziemlich locker, fahren und es machte einfach immer Spaß!

Kalte Füße waren allerdings ein Thema, zumal ich morgens vergessen hatte wo und wie ich die Gamaschen griffbereit hingetan hatte 😦
In der Kontrolle in Menden wollte ich jedenfalls erst wieder raus, wenn ich meine Zehen wieder spürte- Nach 15 min. war es zum Glück wieder so weit.

In Ascheberg beim mythischen Grill gab es Gyros mit Pommes oder mit Reis. Auch letztere Kombi lag mir bis kurz vor Witten ziemlich quer im Magen. Die Cola statt alk-freiem Weizen trug vielleicht dazu bei? Aber es gab was warmes in den Bauch, und das war nötig und sehr wilkommen! Auf den letzten km vor Ascheberg unterhielt ich mich intensiv mit einem RRler, den ich wegen seines Sprints über die Kanalbrücke ansprach. Die Rückfahrt begann alleine, aber auf den letzten km bildete sich wieder ein größeres Grüppchen RRler, mit denen ich weitgehend parallel vorankam. Die zahlreichen Ampeln sorgten dafür, dass man nicht dauerhaft voneinander kam.

Hinter Witten auf dem besagten „harmlosen Anstieg“ piepte das Wahoo auf einmal: Routenabweichung ?! Jawohl, eine Variante! Im Dunkeln den Einstieg auf die Bahntrasse finden? Weil die Zacke im Track genau danach aussah habe ich gaanz langsam gemacht und es auf Anhieb gefunden. -die Trasse fuhr sich dann genial gut- aber das dicke Ende kam nach. Dieses steile Sträßchen in dunkeln Wald, nunja. Mit einmal verschnaufen ließ es sich doch noch fahren mitten durch die schiebende Gruppe RRr. Aber für mein Verständnis sprengt das den Begriff harmlos! Hier schlage ich für die nächste Edition „mostly harmless“ vor!

Bei Westtank war dnn die Kaffeemaschine kaputt. Also belohnte ich mich mich mit einem leckeren Eis aus der Truhe, das war so schön fest, wie man es im Sommer nie bekommt ;-))

Bei Strava habe ich bis auf zwei Ausnahmen nur PR in allen Segmenten und war erheblich schneller als vor einem Jahr (s.o) und bin drübe sehr zufrieden.

Danke
– an Wolf&Wolf für das geile Rad
– an Andreas für die tolle Strecke, gepfeffert mit ein paar neuen Varianten
– an alle Mitstreiter für die tolle Stimmung

Hoffentlich hat sich auf der Eisplatte in der Serpentine an der Ennepetalsperre niemand ernstlich verletzt!

BRM 200 Wuppertal: Nachtbrevet in der längsten Nacht des Jahres

 

Nach der Ankündigung dieses Brevets durch @Andreas im Liegeradforum kam so richtige Vorfreude auf: im geschlossenen Verband in einem Rudel anderer Foristen durch die Nacht statt mehr oder weniger allein im Velomobil- sehr reizvolle Idee.
@Tomacino brachte dann auch noch die Idee mit dem Weihnachtsbaum ins Spiel … .

Nun denn. Mein letzter Arbeitstag 2018 sollte zunächst Donnerstag der 20.12. sein. Freitags sollte also viel Zeit sein, die Bonner Wohnung auf Vordermann zu bringen (Besichtigung durch potentielle Nachmieter nach Neujahr) die Kette am Wolf noch einmal zu schmieren und in aller Ruhe mit dem Auto nach Wuppertal zu kommen. Geputzt und aufgeputzt hatte ich den Nachtwolf ja schon am Wochenende zuvor: Wetterfeste, batteriebetriebene Lichterkette, blinkende Weihnachtsmannmütze und ein paar blinkende Ohrringe mit Lebkuchenmannmotiv für den Lenker hatte ich bei NanuNana für kleines Geld erstanden, die Liebste hatte ein kleines Tännchen gefunden, welches sich mit etwas Bindedraht gut am Gepäckträger befestigen ließ. Die Lichterkette reichte dann auch gleich noch bis zum Tretlager und zurück.
Während der letzten Arbeitswoche hatte die Konstruktion gehalten und zur Erbauung der Bonner beigetragen, dann sollte es das Brevet über auch gehen.

Sehr zeitig war ich in Wuppertal, sodass an der Straße direkt vor dem Bäcker noch ein Parkplatz frei war. In der Bäckerei gab es dann nichts mehr zu bestellen, aber die Randonneure durften weit über den Feierabend hinaus im warmen sitzen bleiben und die Örtlichkeiten frequentieren- DANKE!
Die Wettervorhersage für die Nacht von Freitag auf Sonntag war die ganze Woche über immer besser geworden- bis Venlo sollte es trocken sein und danach einige Schauer geben, aber es war mit über 10°C sehr warm.
Da ich bisher die meisten Brevets und längeren Touren im Winter mit dem Velomobil gefahren bin, machte ich mir über die richtigen Klamotten die ganze Woche über einen ziemlichen Kopf. Freitag entschied ich mich dann für die Standardklamotten zum Arbeitsweg: normal geschnittene Hose, Blouson aus atmungsaktivem, nicht wasserdichten aber relativ warmen Stoff, darunter ODLO-shirt und langes Merinotrikot. Darüber noch das überwiegende rote LEL-Gillet und die HoHoHo-Blinkemütze statt Helm- fertig und nicht zu warm.

Etliche der angemeldeten Foristen waren krankheitsbedingt nicht am Start; insgesamt von über 80 Angemeldeten dann etwas 60 Leute an den Start gingen.

Andreas wollte seine Ansage zum Verbandsfahren machen, sobald wir auf der Radbahn waren und es etwas leiser sei. Am Drängelgitter an der steilen Rampe zur Radbahn waren aber auf einmal praktisch alle weg. Hinter uns waren noch @Limette und @Jostein und vor uns wurde die Rücklichter kleiner während ich mit @ChristianW ins Gespräch kam. An der Ausfahrt von der Radbahn warteten wir dann, um wenigstens die Liegergruppe fast komplett zu bekommen.

Von da an fuhren wir als 5 kleine Radlerlein in die Nacht: @I-S-MS, @ChristianW, @Limette 91 @Jostein und ich. Der Nachtwolf im Rentierpelz war das einzige weihnachtlich herausgeputzte Rad- da geht noch was. Schon vor Ratingen wurde Ingeos Rücklicht soo funzelig, dss ich ihn drauf Ansprach- sein Scheinwerfer gab auch den Geit auf: er hatte bei der Montage des Vorderrads den Nabendynamo dazu gebracht, sein Kabel aufzuwickeln und fuhr nur noch mit Standlicht. Das ließ sich nicht so schnell richten, also erst einmal mit Batterielichtern weiter. Dann rappelt sich noch irgendeine Schraube los/ab, sodass er uns am Bahnhof in Ratingen aleine ließ.

Da waren wir noch vier. @ChristianW war etwas langsamer als Jana und da @Jostein unerschütterlich im df das Schlusslicht machte (und mit dem gepulsten starken Licht hätte niemand behaupten können, er habe uns nicht gesehen) leistete ich Jana Gesellschaft. Kurz hinterm Rhein warteten wir noch einmal auf die beiden anderen, daraus wurde dann eine richtige kleine Pause mit Butterbrot und Nüsschen. Kurz vor Geldern schloss Hajo dann zu uns auf, @ChristianW wollte uns lieber vorfahren lassen, um sich nicht gehetzt zu fühlen. Schade, aber ok.

Da waren es noch drei. Die sich wunderten, warum manche Leute im Zickzack unter den Gleisen hindurch und bald danach wieder zurückfuhren, wo der Track doch nicht da entlang führte. Kurz vor Venlo fing es dann auch so an zu regnen, dass andere Klamotten angesagt waren. Auf diesem Stück wurde ich spürbar müde.
Als wir in Venlo ankamen, war noch richtig was los, wir stärkten uns in der Frituur und draußen machten die Batterien meiner Lichterkette schlapp. Jana drängte mir einen Satz ihrer Akkus auf, die dann fast bis Ratingen wieder hielten. Als wir ankamen brach @Fafnir gerade wieder auf und es saßen noch einige Randonneure im Warmen.
Gegen 3:00 Uhr waren wir wieder startklar, die Leute von der Frituur machten endgültig Feierabend und wir fuhren „nur noch nach Hause“, wie Jana es nannte. Zwischenzeitlich war @Jostein eine Weile hinter uns verschwunden- aber als er seinen Platten behoben hatte war er treu und zuverlässig wieder bei uns.

Jana und ich wollten vor dem Anstieg zurück nach Wuppertal bei McD in Ratingen noch einen Kaffee trinken, hier verließ uns @Jostein dann, der schließlich auch noch heim nach Köln wollte. Es war ein sehr angenehmes Fahren mit diesem Trio!
Aus meiner Softshell-Jacke, die ich über einen Stuhl gehängt hatte tropfte während der Pause eine ordentliche Pfütze auf den Boden und bei manch anderem Randonneur sah das durchaus ähnlich aus… Der Regenradar versprach weiteres Nass von oben, also jetzt endlich doch die quietschgelbe Regenjacke und die Regenbeine angezogen und bergauf war es mit dem Merinotrikot darunter eben warm genug.
Jana hielt, als wir ENDLICH auf der Radbahn angekommen waren noch einmal an und sinnierte, ob sie jetzt noch ein Snickers essen sollte oder nicht. Es waren immer noch 10 bergauf-km, also unbedingt ja! Die Ausblicke von den Brücken waren eine Entschädigung für die Kletterei und irgendwann konnten wir eine (andere) steile Rampe wieder in den Straßenverkehr runterfahren. Jana warnte schon vor dem hohen Bordstein am Ende.

In der Bäckerei war jetzt Hochbetrieb, ein kleines Frühstück, ein großer Kaffee- nette Gespräche, auch @ChrstianW war schon da und dann nach Hause fahren.

Auf den 200 km musste ich drei Pausen für ein kleines Nickerchen machen, und zu Hause noch einen ordentlichen Mittagsschlaf-

 

Schöne Tour, gern im kommenden Jahr wieder- Zu der Jahres- und Tageszeit hat die Tour das Zeug zum Kassiker!