Brevets in 2018

Brevet 300km Berg. Land ab Wuppertal 17.3.18

Am Samstag der arktischen Peitsche hatte Andreas wieder nach Wuppertal zum Brevet geladen. 70 hatten sich angemeldet, 25 hartgesottene Randonneure waren tatsächlich gekommen.
Sturmvogel und ich hatten im Hotel Imperial ein günstiges und einfaches Quartier unmittelbar am Start gebucht. So ging es schon Freitag Nachmittag mit einem Zwischenstop in Burscheid los. Die Gegend ist mir prinzipiell aus Jugendjahren bekannt, die Strecke ab Spich noch von P-HH geläufig. Aber Spich Dellbrück Odenthal ist mir alles zu viel Verkehr und geAmpel. Ab Burscheid dann Balkantrasse, jetzt auch in Wermelskirchen den Wiedereinstieg gefunden. Da hatten wir ja letztes Jahr drei Milane die Böschung hochgetragen.
Die 90 km von Bonn ins Bergische rauf hatte ich schon on den Beinen gespürt. Aber die lange Merinowäsche war in der Nacht wieder getrocknet und so ging es am Samstag früh zur Bäckerei an den Start. Es war kalt und windig und hatte ein kleines Bisschen geschneit.
Während des Randonneursplauschs und Frühstücks schneite es auch weiter…

Hajo warnte, dass die Absperrungen an der Radbahntrasse in Solingen mit dem VM schwierig zu umfahren seien- bis auf eine Stelle bin ich tatsächlich gaaanz langsam durchgerollt. Dann murmelte er noch etwas von B51 und so hat er es dann wohl auch gehalten.
Am Einstieg in sie Nordbahntrasse bin ich erst einmal vorbeigerauscht. Selbst auf dieser steilen Rampe hatte mein Hinterrad mit dem Conti Winterreifen ausreichend Grip. Diese Bahntrasse war herrlich zu fahren. Es kam uns sogar ein kleines Räumfahrzeug entgegen.
Um Solingen herum war es dann wegen der Engstellen deutlich mühsamer. Ein Schreckmoment war auf einer relativ steilen weißen Stelle vor eine Brücke- die hatte in der Mitte einen Pfahl. Beim Bremsen blockierten die Vorderräder und der Vogel fing an auf den Pfahl zuzurutschen. Bremse auf, sanft nachgefasst und es ging alles gut. Dafür, dass die Primo Comet, die ich seit PHH mit nur einem Durchstich vorne drauf habe als rutschgefährdet gelten, bin ich mit ihnen sehr zufrieden.
Nach der Abfahrt nach Leichlingen hatte ich das erste Mal kalte Füße und Finger. Auf der Rheinfähre saßen wir zu dritt in der Kajüte, aßen unsere Stullen uns ich hörte die Geschichte vom Superrandonnée Belchen satt bei 35°C. Das machte fast wieder warm.
Danach hatte ich erwartet, gut voranzukommen. Trotz Rückenwinds, der mir immer wieder ein paar Schneeflöckchen unter der Haube durchblies war das jedoch eine Illusion. Es blieb bei dem stetig langsamen Anstieg zäh.
Nach K1 ging mein Handy aus- und nach dem Einstöpseln der Powerbank lief es nicht wieder hoch. Also das neue Garmin 1000 aktiviert, das immer noch nicht festgeklettet werden kann (ein echtes hand held), auf das ich nur wenige Tracks in dem .fit-Format einzeln laden kann- und dann werden die alten zum Teil gelöscht.
Nach passieren der holländischen Grenze habe ich erst einmal einen Riegel vorgelegt, das der Anstig zum Drielandenpunt für mich grenzwertig steil ist weiß ich ja schon. Mit einer kurzen Verschnaufpause und einem Gel gings aber ganz gut. Ich habe mir wieder einen pannenkoeken met ham en kaas gegönnt, wie auf meinem ersten 300er 2015 ab Twisteden. Diesmal dauerte das aber nicht so ewig. Da ich auch die Abfahrt schon kannte, zog ich mit Fleecejacke, zwei Buffs und langfingrigen Handschuhen so viele Klamotten an, wie noch nie im VM- und behielt zumindest die Jacke auch bis Wuppertal an. Als ich meinen Vogel wieder klar machte, fiel mir am Hinterrad etwas Merkwürdiges auf:

Ein seltenes Exemplar von
(Schw)Eis(s)zapfen!
OK, innen war das übliche Kondensat auch im Aggregatzustand: fest.
Nun denn, bis ich in Eupen war hatte ich mir gefühlt schon wieder zwei Stücke Kuchen verdient.
Dann kamen noch die Hügelchen bis zur Abfahrt in die Rheinebene. Hinter Düren war meine Trinkblase leer, eine Tankstelle leuchtete durch die Dämmerung. Eine Suppe hätte ich gerne gehabt, stattdessen gab’s die letzte Bockwurst aus dem Dämpfer, die mir nicht soo gut bekam.
Dafür war es ziemlich bis richtig dunkel, als ich auf dem Weg zwischen Autobahn und ICE-Trasse langgesaust bin. Nett! Und dank trinitas auch sichere Sicht.
Nun kam wieder die große Stadt näher. Andreas hatte ja zwei Tage vor dem Start noch einen korrigierten Track geschickt, weil der Radweg auf der Nordseite der Leverkusener Brücke derzeit gesperrt ist. Nach meinem Gefühl ging die Sperrung aber schon auf einer der zuführenden Nebenstraßen los, sodass ich mich im Dunkeln mit dem dauernd dazwischen rumrechnenden Osmand bis zur Brücke durchschlagen musste. Das hat echt gedauert. Auf der anderen Rheinseite standen zwei RRler und flickten „schon wieder“. Die Route durch den Park war verriegelt. Trotz ungefährer Kenntnis der Topografie hat es einige Extrakurven gebraucht, mich in Richtung Opladen wieder auf den Track zu bringen.
Also dann: die gesamte Balkanstrecke am Stück- die brauchte das, was mir als Volldampf noch möglich war.
Auf der Abfahrt nach Wuppertal hinunter holte ich noch drei der Rennradler ein und war um 1:00 Uhr in der früh im Ziel.
Andreas bewirtete uns wieder fürstlich mit seinen köstlichen Crèpes und bis 3:00 waren bis auf einen alle Randonneure wieder im Ziel (gleich nach dem Start mussten zwei wegen Defekten aufgeben).
Dann hatte ich mich soweit erholt, dass ich die Rückfahrt nach Bonn wieder antreten konnte. Für das erste, steile Stück aus dem Wupper-tal nach Lennep benötigte ich noch einmal einen Verschnaufer, die Abfahrt von Dreibäumen über Dabringhausen und Altenberg auf den Spuren meiner Jugend habe ich sehr genossen. Hinter Odenthal fing es wieder an zu schneien und so ging die 300er Wintertour nach 490 geradelten km stimmig zu Ende. Um 7:00 war ich müde und zufrieden wieder in Godesberg.

Beim 300er am kommenden Wochenende ab Twisteden soll es ja frühlingshaft und flach werden- ob mich das schneller macht, wird sich zeigen.

Fazit: Winterliche Temperaturen im VM gehen ganz gut. Jedenfalls ohne Panne.
Riesenrespekt vor den Rennradlern, die Kälte und Wind ohne Carbonhülle ausgehalten haben!
Eine Brotdose mit Stullen, vier Bananen, 3l Apfelschorle, zwei Stücke Kuchen ein Pfannkuchen, zwei Riegel, zwei Gels.
Im Ziel 3 Tees, ein bleifreies Weizen zwei Crèpes.
Die Bahnradwege machen Touren im Stadtbereich wesentlich besser erträglich- und sind im Bergischen wegen der gleichmäßigen Steigungen echt ideal.

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