BRM 200 Wuppertal: Nachtbrevet in der längsten Nacht des Jahres

 

Nach der Ankündigung dieses Brevets durch @Andreas im Liegeradforum kam so richtige Vorfreude auf: im geschlossenen Verband in einem Rudel anderer Foristen durch die Nacht statt mehr oder weniger allein im Velomobil- sehr reizvolle Idee.
@Tomacino brachte dann auch noch die Idee mit dem Weihnachtsbaum ins Spiel … .

Nun denn. Mein letzter Arbeitstag 2018 sollte zunächst Donnerstag der 20.12. sein. Freitags sollte also viel Zeit sein, die Bonner Wohnung auf Vordermann zu bringen (Besichtigung durch potentielle Nachmieter nach Neujahr) die Kette am Wolf noch einmal zu schmieren und in aller Ruhe mit dem Auto nach Wuppertal zu kommen. Geputzt und aufgeputzt hatte ich den Nachtwolf ja schon am Wochenende zuvor: Wetterfeste, batteriebetriebene Lichterkette, blinkende Weihnachtsmannmütze und ein paar blinkende Ohrringe mit Lebkuchenmannmotiv für den Lenker hatte ich bei NanuNana für kleines Geld erstanden, die Liebste hatte ein kleines Tännchen gefunden, welches sich mit etwas Bindedraht gut am Gepäckträger befestigen ließ. Die Lichterkette reichte dann auch gleich noch bis zum Tretlager und zurück.
Während der letzten Arbeitswoche hatte die Konstruktion gehalten und zur Erbauung der Bonner beigetragen, dann sollte es das Brevet über auch gehen.

Sehr zeitig war ich in Wuppertal, sodass an der Straße direkt vor dem Bäcker noch ein Parkplatz frei war. In der Bäckerei gab es dann nichts mehr zu bestellen, aber die Randonneure durften weit über den Feierabend hinaus im warmen sitzen bleiben und die Örtlichkeiten frequentieren- DANKE!
Die Wettervorhersage für die Nacht von Freitag auf Sonntag war die ganze Woche über immer besser geworden- bis Venlo sollte es trocken sein und danach einige Schauer geben, aber es war mit über 10°C sehr warm.
Da ich bisher die meisten Brevets und längeren Touren im Winter mit dem Velomobil gefahren bin, machte ich mir über die richtigen Klamotten die ganze Woche über einen ziemlichen Kopf. Freitag entschied ich mich dann für die Standardklamotten zum Arbeitsweg: normal geschnittene Hose, Blouson aus atmungsaktivem, nicht wasserdichten aber relativ warmen Stoff, darunter ODLO-shirt und langes Merinotrikot. Darüber noch das überwiegende rote LEL-Gillet und die HoHoHo-Blinkemütze statt Helm- fertig und nicht zu warm.

Etliche der angemeldeten Foristen waren krankheitsbedingt nicht am Start; insgesamt von über 80 Angemeldeten dann etwas 60 Leute an den Start gingen.

Andreas wollte seine Ansage zum Verbandsfahren machen, sobald wir auf der Radbahn waren und es etwas leiser sei. Am Drängelgitter an der steilen Rampe zur Radbahn waren aber auf einmal praktisch alle weg. Hinter uns waren noch @Limette und @Jostein und vor uns wurde die Rücklichter kleiner während ich mit @ChristianW ins Gespräch kam. An der Ausfahrt von der Radbahn warteten wir dann, um wenigstens die Liegergruppe fast komplett zu bekommen.

Von da an fuhren wir als 5 kleine Radlerlein in die Nacht: @I-S-MS, @ChristianW, @Limette 91 @Jostein und ich. Der Nachtwolf im Rentierpelz war das einzige weihnachtlich herausgeputzte Rad- da geht noch was. Schon vor Ratingen wurde Ingeos Rücklicht soo funzelig, dss ich ihn drauf Ansprach- sein Scheinwerfer gab auch den Geit auf: er hatte bei der Montage des Vorderrads den Nabendynamo dazu gebracht, sein Kabel aufzuwickeln und fuhr nur noch mit Standlicht. Das ließ sich nicht so schnell richten, also erst einmal mit Batterielichtern weiter. Dann rappelt sich noch irgendeine Schraube los/ab, sodass er uns am Bahnhof in Ratingen aleine ließ.

Da waren wir noch vier. @ChristianW war etwas langsamer als Jana und da @Jostein unerschütterlich im df das Schlusslicht machte (und mit dem gepulsten starken Licht hätte niemand behaupten können, er habe uns nicht gesehen) leistete ich Jana Gesellschaft. Kurz hinterm Rhein warteten wir noch einmal auf die beiden anderen, daraus wurde dann eine richtige kleine Pause mit Butterbrot und Nüsschen. Kurz vor Geldern schloss Hajo dann zu uns auf, @ChristianW wollte uns lieber vorfahren lassen, um sich nicht gehetzt zu fühlen. Schade, aber ok.

Da waren es noch drei. Die sich wunderten, warum manche Leute im Zickzack unter den Gleisen hindurch und bald danach wieder zurückfuhren, wo der Track doch nicht da entlang führte. Kurz vor Venlo fing es dann auch so an zu regnen, dass andere Klamotten angesagt waren. Auf diesem Stück wurde ich spürbar müde.
Als wir in Venlo ankamen, war noch richtig was los, wir stärkten uns in der Frituur und draußen machten die Batterien meiner Lichterkette schlapp. Jana drängte mir einen Satz ihrer Akkus auf, die dann fast bis Ratingen wieder hielten. Als wir ankamen brach @Fafnir gerade wieder auf und es saßen noch einige Randonneure im Warmen.
Gegen 3:00 Uhr waren wir wieder startklar, die Leute von der Frituur machten endgültig Feierabend und wir fuhren „nur noch nach Hause“, wie Jana es nannte. Zwischenzeitlich war @Jostein eine Weile hinter uns verschwunden- aber als er seinen Platten behoben hatte war er treu und zuverlässig wieder bei uns.

Jana und ich wollten vor dem Anstieg zurück nach Wuppertal bei McD in Ratingen noch einen Kaffee trinken, hier verließ uns @Jostein dann, der schließlich auch noch heim nach Köln wollte. Es war ein sehr angenehmes Fahren mit diesem Trio!
Aus meiner Softshell-Jacke, die ich über einen Stuhl gehängt hatte tropfte während der Pause eine ordentliche Pfütze auf den Boden und bei manch anderem Randonneur sah das durchaus ähnlich aus… Der Regenradar versprach weiteres Nass von oben, also jetzt endlich doch die quietschgelbe Regenjacke und die Regenbeine angezogen und bergauf war es mit dem Merinotrikot darunter eben warm genug.
Jana hielt, als wir ENDLICH auf der Radbahn angekommen waren noch einmal an und sinnierte, ob sie jetzt noch ein Snickers essen sollte oder nicht. Es waren immer noch 10 bergauf-km, also unbedingt ja! Die Ausblicke von den Brücken waren eine Entschädigung für die Kletterei und irgendwann konnten wir eine (andere) steile Rampe wieder in den Straßenverkehr runterfahren. Jana warnte schon vor dem hohen Bordstein am Ende.

In der Bäckerei war jetzt Hochbetrieb, ein kleines Frühstück, ein großer Kaffee- nette Gespräche, auch @ChrstianW war schon da und dann nach Hause fahren.

Auf den 200 km musste ich drei Pausen für ein kleines Nickerchen machen, und zu Hause noch einen ordentlichen Mittagsschlaf-

 

Schöne Tour, gern im kommenden Jahr wieder- Zu der Jahres- und Tageszeit hat die Tour das Zeug zum Kassiker!

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